Tabea Felstow arbeitet beim Warener Klimarat mit. Ihre und andere Ideen fließen in das Klimaschutzkonzept ein (Archivbil
Tabea Felstow arbeitet beim Warener Klimarat mit. Ihre und andere Ideen fließen in das Klimaschutzkonzept ein (Archivbild). Ingmar Nehls/Archiv
Fridays for Future

Am Freitag in Waren für das Klima auf die Straße

Die Aktivisten von Fridays for Future bringen sich in Gremien und auf der Straße ein. Mit den Montagsprotesten wollen sie aber nichts zu tun haben.
Waren

Am Freitag rufen wieder Schüler und junge Menschen der Stadt Waren zum globalen Klimastreik auf. Um 16 Uhr wollen sie auf dem Neuen Markt für eine klimagerechte Politik in Waren sowie bundesweit demonstrieren. Die vielen Krisen seien auch im Heilbad und anderen Teilen der Mecklenburgischen Seenplatte zu spüren. „Der Wasserstand in vielen Seen ist mal wieder unter dem Normalpegel. Ernteausfälle aufgrund von Dürre und Trockenheit sind in ganz MV zu verzeichnen. Und steigende Energie- und Gaspreise schüren Angst unter vielen Einwohnern, wie sie über den Winter kommen sollen“, heißt es in dem Aufruf. Die Warener Klimaaktivisten fordern daher eine sozialgerechte Entlastungspolitik, die akut sowie mittel- und langfristig Menschen entlastet. Darunter zählen die Wiedereinführung des bundesweiten 9-Euro-Tickets, inklusive ÖPNV Erweiterung, 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035 sowie ein sofortiges, ganzheitliches und sozialgerechtes Klimaschutzkonzept für die Stadt Waren.

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Im Klimarat aktiv

An dessen Erstellung arbeitet die Schülerin Tabea Felstow im Warener Klimarat aktiv mit. Auch wenn sich dieser Prozess ihrer Meinung nach zu lang hinziehe und sich zudem auch keine klimaneutrale Ausrichtung abzeichne, sei das Mitwirken wichtig, um sich aktiv zu positionieren und eine Stimme einzufordern. “Waren muss unabhängig von fossiler Energie werden. Wir fordern, dass die Stadt endlich ein Konzept zur 100 Prozent erneuerbaren Energieversorgung entwickelt. Das heißt Solar, Wind und Geothermie – kein Erdgas, egal ob aus Russland, den USA oder Senegal!”, sagt auch Louisa Hotzelmann.

Verantwortung bei den Großkonzernen?

Die Klimaaktivisten sehen bei der aktuellen Energiekrise die Verantwortung bei den Großkonzernen, die bei diesen Krisen noch mehr Gewinne gemacht haben. Hier sei eine hohe Besteuerung notwendig. „Wie kann es sein, dass Mittelständische Betriebe und Altenheime schon jetzt die Energierechnungen nicht mehr zahlen können und gleichzeitig die fünf größten westlichen Energiekonzerne dieses Jahr alle Rekordgewinne verzeichnen? Was ist daran gerecht?”, fragt Tabea Felstow. Fridays For Future Waren (Müritz) sei die einzige aktive, nicht-parteiliche, politische Jugendbewegung in Waren und daher sei es für die Klimaaktivisten umso wichtiger, eine Alternative zu den aktuell wieder mehr besuchten Montagsprotesten zu bieten. Denen könne man sich nicht anschließen, weil neben vielen wütenden Bürgern ein großer Teil auch Querdenker und Menschen rechter Gesinnung seien, die zudem die falschen Forderungen für die Probleme stellen, wie die Öffnung der Nordstream 2, sagen die jungen Aktivisten. Darum sei es auch nicht verwunderlich, dass kaum bis gar keine jungen Menschen bei diesen Protesten dabei seien.

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