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Kaputte neue Kreisel vor der Autobahn

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Amt schlug fachlichen Rat in den Wind

Links herum geht es nach der Stau-Zeit in diesen Tagen über den ersten Kreisel in Leizen. Denn es wird gepflastert, wo eigentlich Grün sein sollte.
Links herum geht es nach der Stau-Zeit in diesen Tagen über den ersten Kreisel in Leizen. Denn es wird gepflastert, wo eigentlich Grün sein sollte.
Carina Göls

Also doch! Die Probleme mit den Kreiseln Leizen hat die Baufirma schon kommen sehen. Und das Straßenbauamt darauf aufmerksam gemacht. Die Kosten dafür, dass man den Warnschuss nicht hören wollte, trägt nun der Steuerzahler.

Was haben die Kreisel in Leizen auf der B 198 mit dem aktuellen Nebelwetter gemein? Richtig! Alles ziemlich undurchsichtig. Allerdings nur auf den ersten entfernten Blick. Doch, wenn man sich in den Dunst wagt, dann kann man gut erkennen, was Sache ist: Nach der Berichterstattung über die aktuellen Bauarbeiten an besagten Kreiseln gab es nach Aussage der Straßenbauämter und des Verkehrsministeriums zumindest eines: Schuldige. Die Lkw-Fahrer hätten die Rondelle falsch befahren. Und nun habe man den Salat. Besser gesagt: die Steine und Pflasterarbeiten.

In Leizen wird das nach Recherchen des Nordkurier ganz anders diskutiert: Nicht nur, dass man die Steine für die Pflasterarbeiten angeblich von Halle an die Müritz karrt. Schon beim Kreiselbau hat die ausführende Firma Aricon aus Flensburg auf eine drohende Misere aufmerksam gemacht. Das bestätigte Andreas Hartmann, Technischer Leiter bei Aricon.

Sind doch die riesigen Laster schuld?

„Uns schienen die Kreisel im Durchmesser für den Verkehr dort von Anfang an zu klein. Da fuhren viele Lkw, Schwerlasttransporte mit Teilen für Windräder und viele Pkw“, erinnert sich Hartmann. "In einem Antrag", so Hartmann weiter, "haben wir das zuständige Straßenbauamt darauf aufmerksam gemacht. Wir sollten nach Vertrag bauen, hieß es. Gehört hat niemand auf uns.“ Man hätte schon beim Bauen einfach rund zwei Meter breiter Schwarzdecke auftragen sollen, meint er. Dann wäre es gut gewesen und auch einmal bezahlt. „Aber wir mussten weitermachen wie vorgesehen.“

Der Dezernent  für Autobahnen im Schweriner Straßenbauamt, Rudolf Bender, dementiert. „Einen solchen Antrag hat es nicht gegeben.“ Er habe keine Kenntnis. Fakt sei, dass der Kreisel Normdurchmesser habe. Das, was sich jetzt abgespielt habe und inzwischen beide Kreisel sichtbar angegriffen hat, liege an den langen schweren Fahrzeugen, die in der Kurve mit den Rädern über die Borde geraten. Das Pflaster gelte darum auch nicht als reine Verkehrsfläche, sondern quasi als Ausweichfläche, damit eben nicht mehr ins Grüne gefahren werde.

Sicherlich, die Kreisel Leizen hätten nicht die größte Ausbaustufe, aber das sei auf der Strecke auch nicht nötig. Jeder Kreisel habe entsprechend seiner Straßenklasse, so das Fachdeutsch, eine bestimmte Größe. Im Amt sei es in puncto Ausschreibung auch egal, ob die Steine aus der Region oder aus Halle kämen. Es zähle der Preis. Wer den Zuschlag bekommt, der muss für den abgemachten Preis arbeiten. Apropos Preis. Die Kosten für die Sanierung an beiden Kreiseln gab Rudolf Bender mit rund 50 000 Euro an.