Eisangeln

AngelAnni fängt Hecht auf eiskaltem Kölpinsee

Anja und Robin Heppner haben den Dreh raus. Diesen schönen Hecht haben die beiden beim Eisangeln aus dem Kölpinsee gefischt.
Mit dem Schlitten wird das Werkzeug zur geeigneten Stelle gezogen.

Statt wie eine Eisprinzessin Pirouetten zu drehen, haut AngelAnni Anja Heppner lieber ein Loch ins Eis des Kölpinsees und fängt per Hand einen stattlichen Hecht. Eisangeln kann aber auch gefährlich werden.

Normalerweise heißt es: Leinen los! Doch das neue Lund-Boot von Anja und Robin Heppner liegt bei diesen Temperaturen natürlich sicher an Land im Hafen von Untergöhren. Stattdessen zogen die Youtuberin und der Angelguide am Wochenende mit dem Schlitten los. Eisangeln ist für AngelAnni, die aus Eckernförde stammt, ein ganz neues Abenteuer. „Ich hatte das noch nie gemacht und war darum auch sehr aufgeregt“, erzählt Anja Heppner.

Ihr Ehemann Robin kannte das Eisangeln aus Kindertagen. „Auf dem Penzliner Stadtsee habe ich das früher mal ausprobiert und Barsche und Plötze gefangen“, sagt Robin Heppner, der nicht nur Koch mit internationaler Erfahrung ist, sondern mit seiner Firma Heppi-Guding auch Petri-Jünger aus aller Welt zu großen Fischen auf der Seenplatte führt.

Doch auch die beiden passionierten Angler haben sich Rat geholt bei einem, der sich richtig gut auskennt. „Wir wollten auf Hecht gehen und haben darum Fred Kotowski gefragt, ob er uns begleiten und uns Tipps geben kann, was er auch gemacht hat“, sagt Robin Heppner.Die Rechnung ist offenbar aufgegangen, denn AngelAnni konnte einen 91 Zentimeter langen Hecht aus einem der drei kleinen Löcher per Hand ziehen.

Vor Kurzem noch mit dem Boot unterwegs

„Wir haben uns eine Kante ausgesucht, die wir vom Fischen im Sommer kannten und wo wir gut vom Ufer aus rankamen. Denn Sicherheit geht vor“, sagt Anja Heppner. Mit dem Auto ging es von Untergöhren zum Kölpinsee und von dort aus zur geheimen Stelle. Wobei die Drei nicht die einzigen Angler auf dem flachen Gewässer waren. „Ein paar andere Angler haben wir auch gesehen“, sagt Robin Heppner. Vor zweieinhalb Wochen waren sie noch mit dem Boot unterwegs und haben stattliche Zander und einen kapitalen Hecht geangelt. Ein Vergnügen, das die beiden gern mit Gästen teilen würden, doch touristische Aktivitäten würde die Polizei nicht erlauben. „Die Fischereibehörde hingegen erlaubt einen Gast an Bord. Aber weil die Aussagen sich widersprechen, halten alle Guides noch die Füße still“, sagt Robin Heppner.

Wann sie wieder loslegen können, hängt also nicht nur vom Wetter ab, sondern auch von den Behörden. Die Anfragen und verkauften Gutscheine stimmen die beiden Jungunternehmer aber positiv.

Spezielle Kurse für Kinder und Frauen

Anja Heppner möchte vor allem Kinder und Frauen für das Angeln begeistern und bietet darum spezielle Kurse für diese Gruppen an. Die ersten Kindervideos gibt es schon auf ihrem Youtube-Kanal. Sieben Jahre lang hat Anja Heppner als Tagesmutter gearbeitet und hat einen tollen Draht zu den Lütten. Gerade die kleinen Mädchen blicken zu ihr auf und haben ein Idol, das mit Klischees aufräumt, denn unter dem Motto „Mit Anni angelt es sich schöner“ bringt die junge Frau mit ihrer pinken Regenjacke und den langen blonden Haaren Glamour, Farbe und Humor in die Angelwelt.

Video von AngelAnni "Kinderangeln in Mecklenburg-Vorpommern":

Ab Mai soll es dann auch ihre selbst entworfene Angelrute geben, die schick aussieht und was taugt. Ein Jahr lang hat sie den Prototypen getestet, Änderungen vorgenommen und entwickelt. Jetzt ist es ihr Lieblingsstück.

Das besondere Angelvergnügen auf dem Eis könnte aber schon bald vorbei sein, denn es kündigt sich Tauwetter an, wie Robert Stahlberg, Pressesprecher beim Landeswasserschutzpolizeiamt M-V, informiert. Stahlberg appelliert, die Eisflächen nicht zu betreten.

„Wir können es nicht verbieten, wo keine Beschilderung steht und hoffen auf den gesunden Menschenverstand“, mahnt der Polizeioberkommissar. Denn durch Wind, Wellen und Strömungen komme es zu unterschiedlichen Eisdicken, weshalb die Polizei das Eis nicht freigeben könne. Unbedingt fernhalten sollte man sich von Fahrrinnen, Brücken, Schiffsanlegestellen und offenen Flächen. „Wir raten auch davon ab, allein aufs Eis zu gehen, bei Dunkelheit, Nebel oder Neuschnee“, sagt Robert Stahlberg.

Ingmar Nehls

i.nehls@nordkurier.de
03991 641345

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