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Anwohner fühlen sich abgehängt von der Innenstadt

Anwohner wünschen sich, dass am Falkenhäger Weg an der Ausfahrt Haus Buchen ein Bushaltepunkt eingerichtet wird.
Anwohner wünschen sich, dass am Falkenhäger Weg an der Ausfahrt Haus Buchen ein Bushaltepunkt eingerichtet wird.
Nadine Schuldt

Wer in Haus Buchen in Waren-Nord wohnt, der kann nicht so einfach mit einem Bus in die Warener City fahren. Eine Bushaltestelle ist gerade an dieser Straße nicht eingerichtet. Vielleicht sogar aus gutem Grund.

Karen Möller* ist genervt. Sie wohnt in Haus Buchen in der Warener Nordstadt, in einer beschaulichen Gegend am Tiefwarensee. Mit dem Auto kann sie unkompliziert und schnell in die Warener Innenstadt gelangen. Aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des hiesigen Busunternehmens pvm sei das aus Möllers Sicht dagegen sehr schwierig.

„Der Bus, der hier vorbeikommt, bringt mich nur bis zum Bahnhof, aber nicht richtig in die Innenstadt“, beklagt sie. Denn dieser Haltepunkt liegt noch in der nördlichen Altstadt. Die Linie 14 der pvm bedient werktags immer diese Strecke. Aus Malchin kommend fährt da die Linie 403.

Ein weiteres Problem: An der „Kreuzung“ der Straßen Haus Buchen und Falkenhäger Weg gibt es keine Bushaltestelle. Der nächste Haltepunkt liegt, möchte man in die Innenstadt, am Bungenberg, etwa 700 Meter von Haus Buchen entfernt. Die nächste Haltestelle in die andere Straßenrichtung liegt erst in Amsee. Auch die ist von Haus Buchen mehrere Hundert Meter entfernt.

Für Karen Möller, aber auch besonders für Eltern, die schulpflichtige Kinder haben, ist das ein Problem. „Ich bringe meine Tochter, die in die zweite Klasse geht, immer zum Haltepunkt Amsee“, sagt Matthias Vahle. Es gebe dorthin zwar einen Wanderweg, aber den säumt keine Laterne und auch der Winterdienst wird dort nicht tätig, fügt er hinzu. Wenn hier keine durchgängige Buslinie eingerichtet werde, sei es künftig ebenfalls schwer, Familien mit Kindern in dieses Stadtgebiet zu locken, sagt Karen Möller voraus. „Schon jetzt sind in Waren-Nord etwa 800 Einwohner zwischen 60 und 90 Jahre alt“, fügt sie hinzu. Insgesamt wohnen dort etwa 1685 Einwohner.

Karen Möller habe zwar nichts dagegen, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Nur es könne mal etwas passieren, sodass weder sie noch ihr Ehemann mit dem Pkw von Haus Buchen wegkommen. Ihr gehe es um eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Nahverkehr. So gebe es beispielsweise auch für das Gebiet Ecktannen eine eigene Buslinie, sagt Möller.

Wer in die Innenstadt möchte, könne ein Sammeltaxi rufen, sagt Sigrid Leder, Geschäftsführerin der pvm. Doch hierbei winkt Karen Möller ab. „Der Rufbus ist teuer, schlecht zu praktizieren und man müsste ständig rumfragen, wer noch mit in die Innenstadt möchte“, meint Möller.

Doch Sigrid Leder stellt klar: „Der Wagen fährt werktags von 8.30 bis 14.30 Uhr alle zwei Stunden zur halben Stunde ab. Die Anmeldung muss eine Stunde vor der Abfahrt erfolgen“, erläutert Sigrid Leder. Allerdings werde diese Beförderungsmöglichkeit nur sehr spärlich angenommen. Im Jahr 2013 waren es 19 Leute, die dieses Angebot genutzt haben. In diesem Jahr seien es nicht viel mehr Leute gewesen, fügt sie hinzu.

Eine geregelte Anbindung für Haus Buchen schließt Sigrid Leder demnächst aus. „Es sind zwei Buslinien, die im Verhältnis zur Nachfrage ausreichend sind.“ *Name geändert