TOURISMUSVERBAND WARNT

Atom-Streit könnte dem Image der Müritz-Region schaden

Egal, ob Bürgerinitiative oder Touristiker: Ein Endlager für Atommüll möchte keine der beiden Gruppen in der Region. Doch das Engagement der Atommüll-Gegner an der Müritz könnte eine ganze Region in Verruf bringen, befürchten die Unternehmer.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Die Bürgerinitiative gegen das Atommüllendlager möchte Aufmerksamkeit – die Touristiker keinen Imageschaden für die „Marke Müritz“, zumal die Entscheidungsfindung zum Thema Endlager noch viele jahre dauern dürfte.
Die Bürgerinitiative gegen das Atommüllendlager möchte Aufmerksamkeit – die Touristiker keinen Imageschaden für die „Marke Müritz“, zumal die Entscheidungsfindung zum Thema Endlager noch viele jahre dauern dürfte. Silke Voß/ Sebastian Kahnert
Rechlin.

Erst vor einer Woche gab sich die Bürgerinitiative, die sich gegen einen Endlager-Standort in der Müritz-Region engagiert, den Namen „Atommüllfreie Müritzregion“. Das sorgt nun für Aufregung bei Wolf-Dieter Ringguth, dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte. Er warnt vor falschen Assoziationen, die sich geschäftsschädigend auswirken könnten.

Die Müritz als Aushängeschild der Region

Rund 60 Mitglieder der neuen Bürgerinitiative möchten sich frühzeitig dagegen wehren, dass ein Salzstock nahe Wredenhagen in die engere Auswahl für ein Atommüll-Lager kommen könnte. Ein Vorhaben, das Ringguth anerkennt und befürwortet. Allerdings könnte der nach seiner Ansicht zu weit gefasste Regionenname für Irritationen bei Erholungsuchenden sorgen. Seit Jahren wird der größte Binnensee Deutschlands als touristisches Aushängeschild verwendet, um für die Region zu werben.

Nachfragen besorgter Touristen

„Die Namenswahl hat schon Marketingcharakter“, bewertet der Verbandsvorsitzende. Und genau die könnte der touristischen Marke „Müritz“ einen Imageschaden einbringen, glaubt Ringguth. Dass der BI-Name ein schlechter Leumund sein könnte, ist nicht aus der Luft gegriffen. Binnen einer Woche seien sehr wohl besorgte Touristiker an den Verband herangetreten, die sich ihrerseits bereits mit besorgten Gästen zu dem Thema hätten auseinander setzen müssen.

Der Verband will auf seiner nächsten Vorstandssitzung besprechen, wie sich der Tourismusverband in punkto des möglichen Atommüllendlagers, der BI-Bezeichnung und einer möglichen Zusammenarbeit mit den BI-Mitgliedern verhält.

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