Polizei-Kontrolle
Autofahrer sind bei Winterreifen meist gut in der Spur

Ein weißer Transporter älteren Jahrgangs, kam den Penzliner Beamten Olaf Berndt (vorn) und Jürgen Köckert verdächtig vor. Die Reifen waren aber nicht zu beanstanden.  
Ein weißer Transporter älteren Jahrgangs, kam den Penzliner Beamten Olaf Berndt (vorn) und Jürgen Köckert verdächtig vor. Die Reifen waren aber nicht zu beanstanden.
Susann Salzmann

Am Dienstag kontrollierte die Polizei auch in der Müritzregion die Räder. Für einen jungen Fahrer mit abenteuerlicher Begründung wird es nun teuer.

Jürgen Köckerts Mine wird ernst. „Mit Glatze kann es tödlich enden“, begründete der Polizeioberkommissar aus Penzlin die Notwendigkeit der themenorientierten Verkehrskontrollen am Dienstag. Im Fokus: falsche Reifen und wagemutige Überholmanöver.

Die Resonanz nach vier Stunden fällt im Polizeihauptrevier Waren zufriedenstellend aus. Insgesamt kontrollierten vier Beamte 106 Fahrzeuge im Einzugsbereich, der sich bis nach Penzlin erstreckt. Die richtigen Reifen hatten sie alle. Sommerreifen wurden nirgends entdeckt. Verwarngelder wurden trotzdem ausgesprochen. Im Warener Beritt sieben Mal.

Ohne Profil noch mal eben über den Winter kommen

Besonderen Eindruck hinterließ ein junger Autofahrer aus Penzlin. Er dachte, er komme mit seinen laut Polizei „komplett abgefahrenen Reifen“ noch über den Winter – könne sie „richtig runterfahren“ und sich die neuen Reifen noch sparen. „Er bekommt nun 75 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg“, sagt Polizeihauptkommissar Olaf Berndt von der Penzliner Polizeistation. Nun muss er umgehend zahlen – nicht das Bußgeld, sondern auch um bei der Polizei binnen sieben Tagen die neuen Reifen vorzuzeigen.

Lässt das Gesetz noch eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter zu, empfiehlt Berndt vor allem im Winter, keinen Reifen mit weniger als vier Millimetern zu fahren. Grundsätzlich gelte: Mit Winterreifen sei man aufgrund besseren Grips auf verschneiten oder glatten Straßen sicherer unterwegs als etwa mit Allwetter- oder Ganzjahresreifen.

Der Aufkleber muss sein, fehlt aber meist

Was die wenigsten der kontrollierten Autofahrer wissen: Dass es bei Winterreifen einen Aufkleber mit der zulässigen Maximalgeschwindigkeit für die Reifen geben muss. Üblicherweise werde dieser im Cockpit angebracht. „Fehlt er, gibt‘s dafür ein Verwarngeld von fünf Euro“, sagt der Polizist.

Auf frühzeitigen Reifenwechsel achtet zum Beispiel der Möllenhagener Ole Möller. Schon seit Oktober hat er Winterräder an seinem schwarzen Transporter. Zwar war er noch nie in einen Unfall verwickelt, aber schon öfter Ersthelfer und sah, wie es enden kann.

Es gehe nicht um Abzocke

Allein 2018 zählt die Statistik fünf Unfälle wegen falscher Bereifung: Vier im Raum Röbel, einen in Waren, bei dem es auch einen Leichtverletzten gab. Zudem gab es 65 Unfälle wegen missglückten Überholmanövern mit fünf Schwer- und neun Leichtverletzten in der Müritzregion.

„Ich finde es nur schwer nachvollziehbar, warum man die Kontrollen ankündigt“, meint Möller. So bestehe die Gefahr, dass „schwarze Schafe“ gewarnt werden würden. Doch es gehe der Polizei nicht um Abzocke, sagt Polizeisprecherin Kathrin Jähner von der Neubrandenburger Polizeiinspektion, sondern um Sensibilisierung für Gefahren.

Kommentare (1)

Warener Beritt ? Die Wortschöpfungen beim NK sind wahrlich abenteuerlich ! Liest denn niemand die Beiträge vor der Veröffentlichung ?