GRUNDSCHULE MALCHOW

Awo kündigt Hortkindern Versorgung mit Mittagessen

Kaum ist das neue Schuljahr gestartet, gibt es in Malchow Probleme mit der Essenversorgung für Awo-Hortkinder. Jetzt müssen neue Lösungen her.
Petra Konermann Petra Konermann
Wer den Hortkindern in Malchow künftig die Schnitzel auf den Teller legt, ist noch nicht entschieden.
Wer den Hortkindern in Malchow künftig die Schnitzel auf den Teller legt, ist noch nicht entschieden. Alexander Körner
Malchow.

Die Mitteilung kam per Brief an die Eltern. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) übernimmt mit Beginn des neuen Schuljahres nicht mehr die Essensversorgung der Hortkinder der 1. und 2. Klassen, hieß es da. „Die Entscheidung, dass die Essensversorgung der Hortkinder über die Awo nicht mehr möglich sei, hat uns natürlich vor Probleme gestellt“, sagte Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) auf Nachfrage.

Es sei darauf hin zwar ein Termin mit der Awo, der Stadt und der Schulleitung anberaumt worden, für den Schulleiterin Anke Fischer eigens ihren Urlaub unterbrochen hatte. Allerdings platzte dieser Termin, denn, so bestätigten es Bürgermeister Putzar und Schulleiterin Fischer, Vertreter der Awo waren nicht erschienen.

Mittagessen im Drei-Schicht-System

Nichtsdestotrotz musste die Essensversorgung der rund 150 Kinder gewährleistet werden. Laut Schulgesetz sei zwar der Schulträger verpflichtet, Mittagsversorgung anzubieten, aber nur, so legt es Bürgermeister Putzar aus, für die Kinder, die die Ganztagsangebote der Schule nutzen. „Die Kinder, die nach der Schule gleich den Hort besuchen, müssten vom Hort versorgt werden“, ist seine Auffassung.

Derzeit werde die Essensversorgung der Malchower Goethe-Grundschüler im Schulgebäude deshalb im Drei-Schicht-System organisiert. Am Montag habe die Essenversorgung dank des Einsatzes der Lehrer gut geklappt, hieß es aus der Goetheschule. „Das Essen im Schichtsystem für 150 Schüler ist aber keine gute Variante, das geht zu Lasten des Unterrichts“, meinte der Bürgermeister.

Gemeinsam mit der Schulleitung und dem Essensversorger, dem Röbeler Unternehmen Olly-Food, sollen nun neue Lösungen erarbeitet werden. Wie die aussehen können, ist noch derzeit unklar. „Es müssen wohl auch bauliche Veränderungen geschaffen werden. In der Turnhalle die Essenausgabe zu machen ist schwierig, es müssen natürlich Hygiene-Bestimmungen eingehalten werden“, erklärte Putzar.

Bürgermeister will Träger Awo den Rücken kehren

Mit seinem Unmut über das Vorgehen der Awo hält der Malchower Bürgermeister nicht hinter den Berg. Der Umgang mit der Awo sei bereits seit einiger Zeit schwierig, weil zum Beispiel Betreuungszeiten in Kitas gekürzt worden seien, weil die Hortbetreuung der Kinder der 3. und 4. Klassen von der Awo abgegeben wurden (der Nordkurier berichtete). Auch die Kommunikation mit der Awo laufe schlecht, sagte Putzar. „Das ist alles suboptimal“, meinte er im Gespräch mit dem Nordkurier.

Dies alles bestärke ihn nun bei den Überlegungen, „dem Träger Awo den Rücken zu kehren“, sagte Putzar klipp und klar. Er möchte die Idee eines eigenen städtischen Hortzentrums weiter verfolgen. „Bereits vor den Sommerferien hatte ich mir in Potsdam ein Hortzentrum angesehen. Dort handelte es sich um eine Containervariante, die mich begeistert hat und die in nur einem Jahr umgesetzt werden konnte, also sehr kurzfristig“, berichtete Putzar. Ob diese Idee des Hortzentrums weiter verfolgt werde, diese Entscheidung liegt bei der Stadtvertretung.

Von der Awo gab es am Montag keine Stellungnahme zum Thema Essenversorgung der Malchower Hortkinder. Geschäftsführer Stephan Arnstadt befindet sich im Urlaub, hieß es von der Awo-Geschäftsstelle in Waren.

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Kommentare (3)

Eine Sauerei von der AWO Probleme oder Auseinandersetzungen auf Kosten der Kinder auszutragen. Wo sind die Vereinsmitglieder und warum greifen sie nicht ein. Mit dieser AWO würde ich jede Zusammenarbeit Beenden und mir neue Träger aussuchen. Im Landkreis sollte man darüber nachdenken der AWO die Zuwendungen zu streichen. Hoffe die Kids bekommen trotzdem ein gutes Mittagessen geliefert. Und müssen nicht auf Fast Good zurück greifen.

In diesem Verein herrschen Korruption und Vetternwirtschaft. Das alles hat in unserer Geyellschaft keinen Platz, d i e Entziehung der Gemeinnützigkeit wäre der richtige Schritt von der Politikseite aus. Aber irgendwie sitzt sie im gleichen Boot...

kann nur das Finanzamt aberkennen und nicht die Politik. Zuweisungen hingegen können jedoch von der Stadt oder dem Land gekürzt werden, wennes welche gab.