BAUARBEITEN

Sperrung der B192 sorgt für Autofahrer-Frust

Lange angekündigt und nun unausweichlich: Die Sperrung der B192 zwischen Neubrandenburg und Waren sorgt bei vielen Autofahrern für Ärger. Ein Erfahrungsbericht.
Carina Göls Carina Göls
Auf den letzten Kilometern vor Neubrandenburg hat sich der Nebel gelichtet. Dafür ist Laune im Keller. Mehr als eineinhal
Auf den letzten Kilometern vor Neubrandenburg hat sich der Nebel gelichtet. Dafür ist Laune im Keller. Mehr als eineinhalb Stunden Fahrt zur Arbeit! Carina Göls
Neubrandenburg.

Wer zwischen Waren und Neubrandenburg unterwegs ist, muss sich wegen der Sperrung der B192 auf 20 Kilometer Umweg einstellen: Die Straße ist zwischen Klein Plasten und Möllenhagen wegen Bauarbeiten für vier Wochen gesperrt.

Für mich heißt das: Aus der guten Stunde Autofahrt, die mich meine sonst üblichen gut 70 Kilometer zum Job in Neubrandenburg im Schnitt auf der Piste halten – werden nun locker anderthalb Stunden. Nun ja, die Stadt Waren mit ihren 14 Ampeln auf der B 192 kann mit der oft angesagten roten Welle auch schon mal eine Vierterlstunde kosten.

Ich übe mich in Geduld – doch das ist nichts für mich

Doch nun geht es hinter Waren erst so richtig los: In Klein Plasten an der großen Kreuzung spare ich mir nun jedes Stoßgebet, dass all die Lkw doch bitte Richtung Stavenhagen auf die B194 biegen mögen. Denn hier müssen jetzt ja alle entlang, die der offiziellen Umleitung folgen. Kann man machen, dachte ich und nehme die die 70 hm/h über erst mal in Kauf. Überholen? Keine Chance. Der Nebel an diesem Bilderbuch-Herbstmorgen war da auch kein guter Kamerad. Doch wer langsam fährt, hat mehr vom Weg. Die Dörfer im Erwachen. Was soll's?

Nach einer knappen halben Stunde und etlichen Zwangsstopps wegen liegengebliebener Lkw oder Be- und Entladens am Straßenrand und sechs tot gefahrenen Tieren am Straßenrand winkte die Kreuzung von Stavenhagen. Rechts herum. Noch 29 Kilometer bis Neubrandenburg. Eine gute Stunde schon bin ich unterwegs. Und da sind sie wieder, die Lkw. Und die Sonne hat den Kampf gegen die Nebelschwaden noch immer nicht gewonnen. Nach zehn geplanten Überholmanövern gelingt das elfte, um dann wieder einen Brummi vor der Motorhaube zu haben. Na prima!

Die anderen sind ja auch nicht schneller

Geduld ist gefragt. Doch das ist nichts für mich – auch wenn ich mich redlich bemühe. Immerhin: Die ungewohnten Ortsnamen lenken ab. Und letztlich fahre ich ziemlich erheitert durch Chemnitz – so in Abstecher ins sächsische einstige Karl-Marx-Stadt wäre mit an diesem Morgen wohl auch nicht mehr ungewöhnlich vorgekommen. Da! Wieder einen Lkw überholt. Super! Gerade wollte ich mir auf die Schulter klopfen und mich mit einem verfrühten Biss ins Pausenbrot belohnen – taucht der nächste Laster auf. Also einorden und durchatmen. Die anderen sind ja auch nicht schneller.

Noch 20 Kilometer. So langsam nervt es. Ich beginne, mir auszumalen, wie die anderen fast vier Wochen tägliche Fahrt sich anfühlen werden. Warum habe ich nicht auf die Ratschläge von Familie und Kollegen gehört, und habe einen der Schleichwege genommen? Nördlich über Lehsten oder südlich über Groß Dratow, Bocksee und Wendorf kommt man auch ans Ziel. Aber eben nicht höchst amtlich und vermutlich zum Ärger der Anwohner.

Nach rund 90 Minuten bin ich in Neubrandenburg. Geht doch! Und nach Feierabend die gleiche Strecke zurück...?

 

 

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