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Bärenfamilie ist da - und zunächst geschockt

Die lange Reise hat sich gelohnt: Bärenmutter Mary bei den ersten Gehversuchen im neuen Zuhause im Bärenwald in Stuer. Sie hat viele Jahre auf Betonböden in Mönchengladbach leben müssen und staunt über den weichen Waldboden.

Als erstes war Clara an der Reihe. Die 20-jährige Bärin hatte schon eine lange Reise hinter sich, als acht Männer und Frauen ihre Transportbox anhoben und ...

Als erstes war Clara an der Reihe. Die 20-jährige Bärin hatte schon eine lange Reise hinter sich, als acht Männer und Frauen ihre Transportbox anhoben und versuchten, diese in Richtung Gehege zu bugsieren. Unter den fleißige Helfern: „Tatort“-Kommissar Andreas Hoppe. Der begleitete die Tiere seit der Abreise in Mönchengladbach und sorgte mit dafür, dass Clara, Schwester Sonja und Mutter Mary seit gestern Müritzerinnen sind.

Nach einem langen und unbequemen Aufenthalt auf den Betonböden des Mönchengladbacher Tiergartens sind sie nun Teil des Bärenwaldes in Stuer. Dass der Transport der drei stattlichen Damen kein Honigschlecken war, zeigte nicht nur das angestrengte Gesicht Hoppes: „Insgesamt waren wir neun Stunden unterwegs“, erklärt Carsten Hertwig, Geschäftsführer des Bärenwaldes. Alles in allem sei aber alles sehr gut gelaufen. Mehr noch: „Solche entspannten Tiere habe ich wohl noch nie erlebt.“
Dabei ist so eine Reise auch für die Tiere belastend. Nach der Betäubung wurden die Bärinnen in ihrer Box wieder aufgeweckt. Das erleichtere die Kontrolle des Gesundheitszustands, erläutert Hertwig. Doch die Tiere blieben auch während der Fahrt ruhig. Kein typisches Gekratze am Boden der Box. „Das kann ohrenbetäubend sein.“
Erst als die Bärin vor dem Gitter zum Eingewöhnungsgehege steht und nur noch eine Tatze breit vom weichen Waldboden entfernt ist, erklingt es dann doch: das Kratzen. Die Ungeduld.

Doch gedulden muss sich die Bärin, denn die Transportbox ist größer als üblich und kann nicht so einfach geöffnet werden. Erst nach einiger Verzögerung hebt sich das Gitter und Clara tapst behäbig in ihr provisorisches Zuhause. „In diesem Gehege werden die beiden Schwestern für ein bis zwei Wochen bleiben“, erläutert Hertwig. Wenn sie sich dann an die neuen Umstände gewöhnt hätten, dürften Clara und Sonja tiefer in den Wald.

Eine Sonderbehandlung erfuhr Bären-Mama Mary. „Sie kommt ins Nebengehege, um Kontakte zu vermeiden.“ Zwar kann man sich gar nicht vorstellen, wie sich die entspannt wirkenden Bären gegenseitig verletzen sollten, doch plötzlich bricht dann Unruhe aus. Sonja hatte sich bei ihrer ersten Erfahrung mit dem Elektrozaun so erschrocken, dass sie wie angestochen durch das Gehege wetzte. „Da hat sich Clara gleich miterschrocken und die beiden Schwestern sind ganz kurz aneinander geraten“, schmunzelt Hertwig. Das aber sei vollkommen normal.