Schreiben an 1700 Bürger

Bahn bietet Warenern Ersatzwohnungen wegen Baulärm an

Nervtötender Baulärm rund um die Uhr? Das wird voraussichtlich ab 5. April wochenlang zum Alltag von rund 1700 Haushalten um den Warener Bahnhof gehören.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Blick von der Brücke in der Teterower Straße auf die Warener Bahnbaustelle. In diesem Bereich kommt es ab Anfang April zu sehr lautstarken Arbeiten.
Blick von der Brücke in der Teterower Straße auf die Warener Bahnbaustelle. In diesem Bereich kommt es ab Anfang April zu sehr lautstarken Arbeiten. Susann Salzmann
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Waren.

Kopfhörer nützen nichts mehr viel, wenn industrielle Bohrmaschinen und Rammen am 5. April direkt unterhalb der Teterower Brücke Position beziehen. Dann nämlich setzt die Deutsche Bahn die Umbauarbeiten am Nordkopf des Bahnhofes der Müritzstadt fort. Dieser Umbau mit Gleisaus- und -einbau sowie der Installation neuer Oberleitungen verspricht, laut zu werden. So extrem laut, dass die Deutsche Bahn insgesamt 1700 Haushalten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof sogar Ersatzwohnungen angeboten hat. Gebucht und gezahlt von dem Dienstleistungsunternehmen.

Wer sich einen Eindruck von dem zu erwartenden Lärm machen möchte, braucht sich lediglich Geräusche vorzustellen, die mindestens so laut sind wie eine Bohrmaschine und maximal so laut brummen wie ein Presslufthammer. Fachkundige sprechen von einer Lärmbelästigung von mindestens 90 Dezibel bis maximal 120 – und das sowohl tags- als auch nachtsüber.

Anmeldung für Ersatzwohnung bis Ende März

Bei derartigem Dauerlärm sei es den Anwohnern in der Westsiedlung nicht mehr zumutbar, den Lärmpegel über einen Zeitraum vom 5. April bis zum 21. Mai permanent zu ertragen – mit einer Pause über die Osterfeiertage, wie es in einem Wurfzettel der Bahn heißt.

Die Deutsche Bahn will für Betroffene Hotelzimmer und Ferienwohnungen zur Verfügung stellen. Diese können, müssen sich aber nicht in Waren befinden. Jeder, der an Ersatzwohnraum interessiert ist, kann seinen Bedarf bis zum 26. März telefonisch unter der 030 403660342 anmelden. Wer aus Übermut trotz Baulärm selbst bucht, verliere allerdings seinen Anspruch auf Kostenerstattung, heißt es seitens der Bahn.

Bürgermeister nicht informiert

Die Unterkünfte werden, verspricht das Unternehmen, so nah wie möglich am Zuhause und möglichst nahe zum öffentlichen Personennahverkehr angeboten. Auch die Kosten für die An- und Abreise zu den Ersatzunterkünften werden von der Bahn erstattet – gegen Vorlage des Fahrscheins. Fahrtkostenerstattung für den eigenen Pkw seien aber nicht vorgesehen.

Wie Britz sagt, hätten bereits sieben, acht Anrainer ihr Interesse an einer Ersatzunterkunft bekundet. Wo diese konkret untergebracht werden, ist aber noch nicht bekannt.

Der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Waren (Wogewa), Martin Wiechers, hätte sich von der DB Netz AG allerdings eine frühere Mitteilung gewünscht. Denn man habe durchaus Mieter im Bereich des Warener Bahnhofes. Bürgermeister Norbert Möller (SPD) zeigte sich am Donnerstag ebenfalls empört – auch er war über das Ausmaß dieser Arbeiten und ihre Folgen vorab nicht informiert worden.