Der Wolf ist unterwegs - hier zwischen Drewitz und Nossentiner Hütte. Aufgenommen wurde das Tier von einer Wildkamera in der Nossentiner/Schwinzer Heide.
Der Wolf ist unterwegs – hier zwischen Drewitz und Nossentiner Hütte. Aufgenommen wurde das Tier von einer Wildkamera in der Nossentiner/Schwinzer Heide. Forstamt
Fred Zentner ist Förster im Revier Jabel und zudem Wolfsbeauftragter des Forstamtes Nossentiner Heide.
Fred Zentner ist Förster im Revier Jabel und zudem Wolfsbeauftragter des Forstamtes Nossentiner Heide. Petra Konermann
Wildkameras liefern Beweise

Bald lebt wohl ein Wolfsrudel in der Schwinzer Heide

In der Nossentiner/Schwinzer Heide könnten bald junge Wölfe geboren werden. Der Wolf dort hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Frau gefunden. Beide sind in Fotofallen getappt.
Jabel

Der Wolf in der Nossentiner/Schwinzer Heide hat offenbar eine Frau gefunden. Das bestätigte jetzt Fred Zentner, Wolfsbeauftragter des Forstamtes Nossentiner Heide. Im September 2015 war das Jungtier zum ersten Mal in der Heide gesichtet worden – von einem Jäger. Auch jetzt ist Herr Wolf wieder mehrfach gesichtet worden – und zwar nicht mehr alleine. Wildkameras lieferten den Beweis, dass nun mindestens zwei Wölfe in der Heide leben, eventuell sogar auch drei. .

Wolfsrudel in der Nossentiner Heide

Die Aufnahmen, die insgesamt drei Wildkameras gemacht haben, gelten als wichtiger Nachweis, dass sich der Wolf in den Gebiet östlich der Autobahn A19 bis etwa Jabel angesiedelt hat. „Zwar haben wir die unterschiedlichen Tiere nie gemeinsam auf einem Foto, aber es handelt sich auf jeden Fall um zwei, vielleicht sogar drei Tiere. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Wolf und Wölfin dabei sind”, stellt Fred Zentner klar.

Was das bedeutet, kann sich jeder ausrechnen: Im kommenden Jahr könnte das Paar Junge bekommen. „Dann lebt in der Nossentiner Heide ein Wolfsrudel”, prognostiziert Fred Zentner. Dem sieht der Fachmann relativ gelassen entgegen: „Das Gebiet der Nossentiner/Schwinzer Heide ist groß, es umfasst rund 25.000 Hektar. Und hat genügend Wildbestand, dass sich die Wölfe ernähren können.” Dennoch: Auch er kann nicht ausschließen, dass sich die Wölfe an Nutztieren vergreifen könnten. Wohin das führen kann, zeigt dieser aktuelle Fall: Erstmals hat ein Schafhalter in Mecklenburg-Vorpommern den Abschuss eines Wolfes nach mehreren Attacken auf seine Herde beantragt.

Wölfe in der Wittstocker Heide schneller?

Das erste Wolfsrudel der Müritzregion könnte jedoch auch ganz woanders entstehen. Denn auch weiter im Süden, zwischen Wredenhagen und der Wittstocker Heide, kann es bald Wolfsnachwuchs geben. Förster Dirk Lauterbach, Wolfsbeauftragter des Forstamtes Wredenhagen, rechnet fest damit, dass der Wolf, der dort lebt, schon nicht mehr alleine ist. Aber: Es fehlen fotografische oder gar genetische Nachweise, dass der Wolf aus der südlichen Müritzregion bereits ein Rudel gegründet hat.

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