In Waren sind ab Mitte Februar weniger Taxen unterwegs: Das Unternehmen „Müritz-Taxi“ wird den Betrieb in der
In Waren sind ab Mitte Februar weniger Taxen unterwegs: Das Unternehmen „Müritz-Taxi“ wird den Betrieb in der bisherigen Form einstellen. Michael Grote
Wirtschaft

Bald weniger Taxen in Waren – Branche zeigt sich beunruhigt

Das Unternehmen „Müritz-Taxi“ wird seine auslaufende Lizenz nicht erneuern. Das sorgt für Überraschung bei den Mitbewerbern, die Engpässe befürchten.
Waren

Das Unternehmen Müritz-Taxi wird seinen Betrieb Mitte Februar einstellen. Der Taxibetrieb in seiner bisherigen Form wird nicht mehr weitergeführt, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Aus unternehmerischen Gründen habe man sich dazu entschieden, die auslaufende Taxi-Lizenz nicht zu verlängern. „Kostensteigerungen in kurzer Zeit ohne kurzfristige Anpassungsmöglichkeiten des Fahrpreises sowie Personalknappheit auf dem Auto und im Büro“ seien Gründe für die Entscheidung gewesen. Hinzu kämen die Pflicht zur 24-stündigen Bereitschaft und die Ungewissheit, was in den nächsten Jahren mit der Taxilizenz passiere.

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Kein Taxischild mehr auf dem Dach

Dennoch sollen die Autos, die derzeit noch unter „Müritz-Taxi“ unterwegs seinen, weiterhin Fahrgäste befördern. Allerdings werden sie ab Mitte Februar kein Taxi-Schild mehr auf dem Autodach tragen. Unter dem neuen Unternehmensnamen „Ihr Fahrteam“ bleibt alles andere wie gewohnt: dieselben Fahrzeuge, dieselben Menschen am Steuer oder am Telefon (unter der gewohnten Nummer), dieselben Tarife. Lediglich die Lizenz ist eine andere – „Mietwagen“ statt „Taxi“. Wobei man den Mietwagen eben nicht selbst fährt, sondern ihn mit Fahrer bucht.

„Mehr Arbeit” für die anderen Unternehmen

Die Mitbewerber in Waren und Umgebung sind von der Neuigkeit verblüfft. Taxiunternehmer Frank Petersen aus Klink sieht durch den Rückzug des bisherigen „Platzhirsches“ von den Taxiständen keineswegs Vorteile für das Gewerbe: „Auf uns verbleibende Unternehmen – die zumeist keine oder höchstens einen angestellten Fahrer haben – kommt mehr Arbeit zu, vor allem in den unattraktiven Zeiten am Abend oder in der Nacht. Denn als Taxiunternehmen haben wir eine Bereitstellungspflicht“.

Angebot muss es rund um die Uhr geben

Das heißt im Klartext: Es muss an sieben Tagen rund um die Uhr gewährleistet sein, dass jemand ein Taxi nutzen kann. Das mit den verbleibenden Unternehmen und Fahrern abdecken zu können, hält auch Taxiunternehmer Hans Gustavson aus Waren für zweifelhaft. Er vermutet, dass es ohne einen organisierten Bereitschaftsdienst unter Einbeziehung aller dann noch aktiven Taxiunternehmen nicht gehen wird. Das gebe es bereits anderswo, doch es laufe dort nicht immer reibungslos: „Sobald ein Fahrzeug wegen eines Defekts oder ein Fahrer wegen Krankheit ausfällt, wird es oftmals schon eng“. Solche Probleme sieht er auch für die Müritz heraufziehen. Es sei sinnvoll, sich bald möglichst mit den anderen Taxlern zusammenzusetzen und die Situation zu erörtern.

Wenig Verständnis für diese Maßnahme

Frank Petersen ist unverkennbar sauer: „Die Situation wird für uns immer schwieriger. Im November erst hat der Landkreis die Tarife angehoben, obwohl die meisten Unternehmen mit den bisherigen ausgekommen sind – trotz der höheren Treibstoffpreise. Das hat bereits manchen abgeschreckt, sich eine Taxifahrt zu erlauben. Und nun können wir sehen, wie wir künftig den Bereich mit weniger Fahrzeugen und Fahrern abdecken.“ Er hat für die Maßnahme der Eigentümer von „Müritz-Taxi“ wenig Verständnis: „Wenn diesen Weg alle anderen mitgehen würden, wäre eine Personenbeförderung im Kreisgebiet in der bisher gewohnten Form nicht mehr möglich.“

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