Musik-Familie

:

Band aus Vorpommern trat vor Millionen Russen auf

Maya, Tom, Bella, Maria, Leoni und Jorinde (von links) sind die Band „Miller-Family”. Im Herbst soll ihr neues Album „Näher nur der Mond” erscheinen.
Maya, Tom, Bella, Maria, Leoni und Jorinde (von links) sind die Band „Miller-Family”. Im Herbst soll ihr neues Album „Näher nur der Mond” erscheinen.
Miller-Family

Tom Miller und seine fünf Töchter treten vor allem in Fußgängerzonen, Schlossplätzen oder Häfen auf. Sie haben aber auch schon vor 20 Millionen Zuschauern gespielt und mit Thomas Anders gesungen.

Nein, das ist nicht die Kelly Family. Das sind die Millers. Beziehungsweise die Miller-Family. Bella, Leoni, Maya, Maria und Jorinde sowie Vater Tom bilden die sechsköpfige Band, die bald noch größer werden soll. Denn Sohn Noah, jüngstes Familien-Mitglied, steht bereits in den Startlöchern, ist aber noch unentschlossen, welches Instrument er denn spielen möchte.

Die Miller-Family kommt aus der Nähe von Greifswald. Derzeit touren sie durch den Nordosten und geben Konzert für Konzert. Am Freitagabend tritt die Familie erstmals in Penzlin auf dem Burgfest auf.

Los geht es um 20 Uhr im Burggarten. Die Zuschauer dürfen sich auf aktuelle Songs freuen. Es wird aber auch Kostproben von der neuen Platte „Näher nur der Mond”, die noch in der Mache ist und im Herbst erscheinen soll, geben. Sie spielen Bass, Geige, Akkordeon und Gitarre. Nur die Ukulele fehlt an diesem Wochenende, denn die ist auf Klassenfahrt.

Lied-Texte nicht nur in deutscher Sprache

Die Millers spielen vor allem deutschsprachige Songs mit eigenen Texten und eigenen Melodien. Aber auch die italienische Sprache hat es der Familie angetan. Davon soll es in Zukunft mehr geben, sagt der Vater. „Dadurch, dass jedes Wort auf ein Vokal endet, macht es das Singen sehr schön”, so Tom Miller.

Ihre Musik ist dem Pop zuzuordnen mit Einflüssen aus dem Country. Auftrittsorte sind Fußgängerzonen, Schlossplätze oder Häfen. Dadurch kommt die Familie mit ihren Zuschauern in regen Kontakt. Oft wird Vater Tom gefragt, ob sie wirklich eine Familie sind.

Fünf beziehungsweise sechs Kinder mit ein und der selben Frau? „Ja!”, antwortet Tom dann stolz. „Mit sechs Kindern ist man schon ein Exot geworden. Ich schmunzle jedes Mal, wenn auf einem Museums-Familien-Ticket zwei Erwachsene und zwei Kinder angegeben sind.”

Georgi Gogow von „City“ ist an ihrer Seite

An ihrer Seite ist der Produzent und Freund der Familie, Georgi Gogow, der als Geiger der Band City berühmt geworden ist und auch die Miller-Family mehr oder weniger berühmt gemacht hat. Denn dass aus den Millers mal eine große Nummer wird, war so gar nicht geplant, wie Tom Miller erklärt.

„Wir haben Freunden ein paar Lieder vorgespielt und die waren begeistert. Die haben ein Festival organisiert und da hatten wir dann kurzerhand unseren ersten Auftritt”, fasst das Bandoberhaupt die Entstehung kurz zusammen.

Wem im Nordosten die Millers noch kein Begriff sind, sollte mal die Russen fragen. Denn die kennen die Familie ziemlich gut. Zur besten Sendezeit trat die Familie schon im russischen Fernsehen in einer Gesangshow auf. In der Jury saß kein geringer als Thomas Anders, Sänger des Erfolgs-Duos Modern Talking um Dieter Bohlen.

Vergleiche mit der Kelly Family nehmen sie locker

Der trällerte auch noch kurzerhand ein Ständchen mit den Millers – tosender Applaus und 20 Millionen Zuschauer an den TV-Geräten! Und wie kam die Familie zu einem Auftritt im russischen Fernsehen? „Wir wurden einfach kontaktiert – und mussten uns nur um das Visum kümmern”, erklärt Jorinde kurz und knapp.

Dass die Familie immer wieder mit den Kellys verglichen wird, sei den Leuten nicht zu verübeln, sagt Tom Miller. Schließlich seien sie auch eine Familien-Band, die mit dem Bus umhertourt. Das seien dann aber auch die einzigen Gemeinsamkeiten mit der einst so erfolgreichen irischen Familie. „Trotzdem wäre es spannend, einmal mit ihnen zusammen aufzutreten”, findet Jorinde.