Orgel in Groß und Orgel in Klein: Der Malchower Frank Wünsch hat den Bastelbogen zur Lütkemüller-Orgel in
Orgel in Groß und Orgel in Klein: Der Malchower Frank Wünsch hat den Bastelbogen zur Lütkemüller-Orgel in der Warener Georgenkirche entworfen. Nicht nur seine Enkel Leopold (10) und Timo (5) finden den Bastelbogen gelungen. Susann Salzmann
Etwa ein Vierteljahr nahm sich Frank Wünsch Zeit, einen Bastelbogen zu entwerfen, der der Lütkemüller-Orgel in
Etwa ein Vierteljahr nahm sich Frank Wünsch Zeit, einen Bastelbogen zu entwerfen, der der Lütkemüller-Orgel in der Warener Georgenkirche ähnelt. Seine Enkel Leopold (10) und Timo (5) sind ganz begeistert von dem Bastelbogen. Susann Salzmann
Miniformat

Bastelsatz soll Spenden für Warener Kirchenorgel bringen

Majestätisch sieht die Lütkemüller-Orgel in der Warener Georgenkirche aus. Und es gibt sie nun auch im Miniformat. Den Bausatz hat ein Modelleisenbahn-Fan entworfen.
Waren

Seit dieser Woche können sich alle Interessierten ein Herzstück aus Warens Kirchengeschichte mitten in ihr Wohnzimmer oder aufs Fensterbrett stellen. Der 64-jährige Malchower Frank Wünsch hat die prachtvolle Lütkemüller-Orgel aus der Warener St. Georgen-Kirche (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zu Papier gebracht. Für den Entwurf der Bastelvariante nahm sich der Inselstädter mit Affinität zu Modelleisenbahnen ein Vierteljahr Zeit. Das Endergebnis ist hübsch anzusehen. Es ist ein Bastelbogen, der aus 60 bis 70 Einzelteilen besteht. Äußerlich ist es eine Nachbildung der berühmten Orgel, die seit Jahrhunderten über den Sitzreihen der Georgen-Kirche thront. Nur kleiner ist es natürlich – dafür aber mit freistehendem Spieltisch, den zwei Manualen, Pedalen und 26 Registern.

Einnahmen für die Orgelsanierung

Klein, aber oho: So kann man wohl das beschreiben, was der Malchower Frank Wünsch geschaffen hat. Als Bausatz ist das Ganze seit Montag im Umlauf und in verschiedenen Warener Geschäften erhältlich. Was hübsch anzusehen ist, hat einen ernsten Hintergrund: Die Orgel soll restauriert werden. Mit der nachgebildeten Orgel als Bastelsatz sollen die ersten Spenden für das teure Großprojekt gesammelt werden. Wer die „Königin der Instrumente“, wie die Orgel auch genannt wird,im Miniformat in den eigenen vier Wänden aufstellen möchte, kann den Bastelbogen gegen eine Spende von zehn Euro erwerben. Der gesamte Betrag kommt der Orgel zugute, sagte Kirchenmusikdirektorin Christiane Drese. „Das wird möglich, weil der Förderverein Kirchenmusik die anfallenden Kosten übernimmt“, freute sich die Müritzer Chef-Organistin. Ziel ist, dass die „Königin der Instrumente“ durch die Sanierung ihren ursprünglich romantischen Klang zurückbekommt.

Fördermittel in Aussicht

An der realen Orgel gehen die Kosten für die Aufarbeitungs- und Reparaturarbeiten in den sechsstelligen Bereich. Ein Kostenvoranschlag schätzt die notwendigen Gelder auf etwa 300 000 Euro ein. Für einen Großteil der anstehenden Kosten der 1856 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock erbauten Orgel sind zwar Fördermittel vom Land sowie dem Kirchenkreis Mecklenburg in Aussicht, doch der zu stemmende Eigenanteil mit etwa 100 000 Euro ist nicht zu unterschätzen.

Spezialisten müssen sich auch den Blasebalg vornehmen

Drese hofft, dass 2023 mit den Orgelarbeiten begonnen werden kann. Eine Firma, die die speziellen Restaurierungsarbeiten anbietet, haben die Unterstützer in Dresden bereits gefunden. Die Spezialisten müssen unter anderem Hand an den Blasebalg anlegen, der von mehreren Rissen gezeichnet ist. Klappt alles nach den Vorstellungen der Restaurierungsunterstützer, könnten beim Instrument schon 2025 alle „Stimmprobleme“ behoben sein.

Bisher sind laut Drese insgesamt 5000 Euro an Spenden zusammengekommen. Davon spendete allein eine Privatperson 1000 Euro.

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