UNGLÜCK AM FLEESENSEE

Bauer wartet nach Eurofighter-Absturz auf Klarheit

Nach dem Kampfjet-Absturz steht Getreide bei Nossentiner Hütte immer noch auf dem Halm, obwohl es längst geerntet werden müsste. Doch noch ist nicht geklärt, ob es überhaupt genutzt werden kann.
Petra Konermann Petra Konermann
Gleich zwei Felder, die der Malchower Landwirt Andreas Schaade bewirtschaftet, sind vom Eurofighter-Crash Ende Juni betroffen.
Gleich zwei Felder, die der Malchower Landwirt Andreas Schaade bewirtschaftet, sind vom Eurofighter-Crash Ende Juni betroffen.
Trümmerteile des Eurofighters im Gerstenfeld zwischen Silz und Nossentiner Hütte. Mit einigem Verlust konnte hier inzwischen
Trümmerteile des Eurofighters im Gerstenfeld zwischen Silz und Nossentiner Hütte. Mit einigem Verlust konnte hier inzwischen geerntet werden. Petra Konermann
Malchow.

Auch sechs Wochen nach dem Absturz zweier Eurofighter auf Feldern bei Nossentiner Hütte und bei Silz ist unklar, ob ein Teil der Ernte kontaminiert ist oder nicht. Vor allem bei dem Roggenschlag, der bei Nossentiner Hütte durch den Absturz der einen Maschine in Mitleidenschaft gezogen wurde, herrschen immer noch Zweifel. „In der vergangenen Woche wurden Proben genommen, Ergebnisse liegen noch nicht vor, und die werden wohl auch noch bis Mitte August auf sich warten lassen“, sagte der Malchower Landwirt Andreas Schaade auf Nordkurier-Nachfrage.

Bei Nossentiner Hütte war die Maschine des überlebenden Bundeswehr-Piloten ins Feld gestürzt. Insgesamt 1295 Tonnen des Bodens mussten entnommen und entsorgt werden. Die Stellen wurden mit Mutterboden aufgefüllt. Für Landwirt Schaade ist damit aber die Sache längst nicht erledigt: „Ich weiß immer noch nicht, wann die Ernte des Roggenschlages erfolgen kann“, erklärte er. Reif sei der Roggen schon lange, eigentlich hätte er schon eingebracht werden müssen. Die Qualität des Roggens leide, wenn die Ernte überfällig ist. Andreas Schaade geht davon aus, dass diese Ernte wohl nicht mehr für Lebensmittel oder die Futterversorgung von Tieren infrage kommt. „Vermutlich ist es nur noch Getreide, das in Biogasanlagen eingesetzt werden könnte – wenn überhaupt“, so der Malchower. Er möchte nun endlich Gewissheit, was mit dem Getreide auf diesem Feld geschehen soll.

Ernte-Verlust nicht der eigentliche Schaden

Das Gerstenfeld, in dem Trümmerteile des Flugzeuges gefallen sind, das nahe Silz abstützte, ist dagegen bereits geerntet. Doch auch hier musste Schaade Ausfälle hinnehmen. Der Schlag wurde von Hunderten Soldaten nach Trümmerteilen abgesucht. „Gerade Gerste neigt dazu, bei Reife Körner abzuwerfen. Das ist auch passiert. Wir sind nun gezwungen, eine zusätzliche Bodenbearbeitung durchzuführen, um die herausgefallenen Gerstenkörner aus dem Boden zu bekommen“, macht der Landwirt deutlich. Denn im Zuge der Fruchtfolge soll auf diesem Feld im kommenden Jahr eine andere Getreideart wachsen. Um eine Durchmischung mit der dann unerwünschten Gerste zu verhindern, muss der Landwirt somit mehr Kosten und mehr Aufwand in Kauf nehmen.

„Das Ganze ist schon mit sehr viel Bürokratie verbunden. Zugesichert wurde mir von der Bundeswehr aber, dass ich entschädigt werde. Und ich gehe davon aus, dass das auch so passiert“, so Andreas Schaade. Aber – das wurde ihm von offizieller Seite bestätigt – auch dafür müsse er einen langen Atem haben.

Schaade betont, dass für ihn der eigentliche Schaden nicht in dem teilweisen Verlust seiner Ernte liegt. „Das Schlimmste ist der Tod des Piloten, hier ist ein Mensch gestorben, das darf man nicht vergessen“, sagt der Malchower. Zum Zeitpunkt des Absturzes der Eurofighter am 24.  Juni war er vor Ort und hatte auch das Auffinden des getöteten Piloten aus einiger Entfernung mitverfolgt. „Wenn ich heute an diesen Tag zurückdenke, dann wird mir immer mehr bewusst, welch großes Glück im Unglück wir alle hatten“, meint der Landwirt. Dass angesichts der vielen umherfliegenden Trümmerteile niemand zusätzlich verletzt wurde, das erscheine ihm heute nach wie vor wie ein Wunder.

 

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