DEMO AM BRANDENBURGER TOR

Bauern-Protest rollt Richtung Berlin

Hundert Traktoren aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sind am Dienstag nach Berlin gerollt, um dort gegen das Agrarpaket der Bundesregierung zu protestieren. Dabei waren auch Landwirte aus der Müritzregion.
Hunderte Traktoren haben sich am Dienstag-Morgen auch aus der Müritzregion auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort gegen
Hunderte Traktoren haben sich am Dienstag-Morgen auch aus der Müritzregion auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort gegen die neue Düngemittelverordnung der Bundesregierung zu protestieren. Mattjis van der Ham
Bollewick.

 Morgens um 2 Uhr ist Nachwuchs-Landwirt Mattjis van der Ham aus Bollewick am Dienstag mit dem Trecker seines Vaters in Richtung Berlin gestartet, um dort an der Bauern-Demo am Brandenburger Tor teilzunehmen. Dort wollen er und weitere Landwirte aus der Müritzregion, zum Beispiel aus Malchow, Ludorf, Vipperow, Kambs, Karchow und Altenhof, gegen das Agrarpaket der Bundesregierung protestieren. „Ich bin dabei, weil ich befürchte, dass unser Betrieb keine Zukunft hat, sollten die Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden”, sagte der 19-jährige Mattjis van der Ham, der in Neubrandenburg Agrarwirtschaft studiert und der nach seinem Studium in das Landwirtschaftsunternehmen seines Vaters einsteigen möchte. Sein Vater Henk van der Ham wäre gerne am Dienstag selbst nach Berlin gefahren, eine Krankheit hatte das jedoch verhindert.

 

"Landwirte werden gezwungen Bio-Bauern zu werden"

Seinen Protest hatte er jedoch bereits bei zwei anderen Treckersternfahrten bereits kundgetan: Van der Ham beteiligte sich an den Bauernprotesten in Rostock und vor kurzem in Hamburg. „Wir wirtschaften ab 2021 dann in einem FFH-Gebiet. Wenn die Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden, bedeutet das für uns einen heruntergefahrenen Einsatz von Insektiziden und Herbiziden. Wir werden dazu gezwungen, Bio-Bauern zu werden. Unser Ertrag wird gemindert, wir bekommen aber nicht mehr Geld für unsere Produkte. Wie sollen wir da als Landwirte überleben? Das kann nicht gut gehen”, meinte Henk van der Ham.

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Kommentare (2)

Wenn man bedenkt, dass ein durchschnittlicher Traktor pro Betriebsstunde auf der Landstraße ca. 40 km zurücklegt und pro Betriebsstunde Minimum ca. 20 Liter Diesel verbraucht, und diese Rechnung anwendet auf alle Traktoren, die aus allen möglichen Richtungen und Entfernungen eine An- und Abfahrtsstrecke zurück zu legen haben, kann man prognostizieren, dass diese Form des Protestes die Sympathien der Bevölkerung, besonders der werktätigen Pendler, zum Berufsstand der Bauern nicht ins Positive verstärken wird. Außerdem stehen solche Aktionen wie Bauernprotest mit Traktoren in öffentlichen Verkehrsräumen im Widerspruch zur Reinhaltungspflicht der Umwelt, weil unnötiger Weise Kraftstoff in Mengen von Tausenden Hektolitern sinnlos verpulvert wird. Darüber hinaus stehen sie im Widerspruch zu der behaupteten schlechten finanziellen Situation der Bauern, und stellt darüber hinaus einen Verstoß gegen die StVO dar, weil überflüssige Fahrten zu vermeiden sind. Wieviel CO2 emittiert wird, stellt niemand den Bauern in Rechnung. Aber diejenigen, die ihre Heizung mit Heizöl betreiben, bekommen es über den Heizungspreis aufgebrummt.
Nicht ein einziger Berufspolitiker wird sich von diesen Protesten beeindrucken oder zu Änderungen seiner Politik bewegen lassen.

Vermutlich ist ein Großteil derer die mit den Traktoren unterwegs in Richtung Berlin sind nicht einmal Landbesitzer. Was interessiert es euch ob Glyphosat verboten wird? Die Arbeit auf dem Acker muss so oder so verrichtet werden und wenn euer Chef die Mehrkosten (die durch das Verbot vermutlich entstehen) auf euch abschlägt, dann solltet ihr euch lieber dagegen wehren. Fakt ist: die Landwirtschaft wird auch nach einem Verbot von Glyphosat weitergehen.