Lebensmittel-Handel

▶ Bauern protestieren vor Edeka-Lager gegen niedrige Preise

Dienstagabend machten sich gut ein Dutzend Landwirte von der Müritz und der Prignitz zum Malchower Edeka-Lager auf. Mit ihrem Traktorkorso forderten sie angemessene Preise für ihre Produkte.
Vor dem Malchower Edeka-Lager haben Landwirte gegen die niedrigen Preise im Lebensmittel-Handel demonstriert.
Vor dem Malchower Edeka-Lager haben Landwirte gegen die niedrigen Preise im Lebensmittel-Handel demonstriert. Susann Salzmann
Malchow

Eine Traktorkolonne bahnte sich Donnerstagabend den Weg zum Edeka-Lager in Malchow. In der Stichstraße, in der Lkws regelmäßig Waren anliefern, positionierten sich die Landwirte mit ihren Maschinen.

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Mit ihrer Mahnwache fordern sie kostendeckende Preise für etwa Milch und Fleisch. Vom Lebensmitteleinzelhandel erhoffen sich die Landwirte ein Entgegenkommen. Das Ziel: Bei den Höfen soll mehr Geld ankommen. Die aktuellen Preise für landwirtschaftliche Produkte seien laut der Landwirte angesichts der Preissteigerungen nicht mehr kostendeckend. 

Edeka bricht Verhandlungen ab

Zum Teil könne nicht mehr kostendeckend produziert werden, meinte Paul Bruijnen vom Laschendorfer Milchviehbetrieb. Pro Liter Milch würden sie derzeit im Schnitt rund 35 Cent bekommen. "Das ist schon lange nicht mehr kostendeckend", sagte der Landwirt und schiebt eine Zahl hinterher: 45 Cent. Die bedürfte es, um angesichts Preissteigerungen, immer mehr Auflagen, Investitionskosten etc. kostendeckend zu produzieren.

In Niedersachsen waren Branchenvertreter mit Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels auf einem guten Weg. Doch die Verhandlungen liegen derzeit auf Eis. Edeka ist einer der großen "Player" im Lebensmittelhandel, der die Verhandlungen abbrach. "Wir fordern, dass Edeka zurück an den Verhandlungstisch geht", so Bruijnen weiter.

Zeichen setzen mit Mahnwachen

Überall im Land setzten Landwirte am Dienstag mit Mahnwachen ein Zeichen, dass der Agrardialog zwischen landwirtschaftlichen Interessenvertretern und dem Lebensmitteleinzelhandel fortgesetzt werden soll. Nach monatelangen intensiven Gesprächen hätten die Handelsriesen die Zusammenarbeit im Agrardialog Ende September laut "Land schafft Verbindung" ohne konkrete Zugeständnisse eingestellt.

Die Müritzer Landwirte sehen darin eine Verzögerungsstrategie. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten sei derzeit so hoch, dass die angefragten Bedarfe durch Molkereien von den Bauern zum Teil nicht abgedeckt werden können, bestätigten Landwirte aus der Region. Der Grund: Fehlende Kostendeckung. Deshalb schafften immer mehr Tierhalter ihre Tiere ab, sagte Erik Ter Braack aus dem Friedländer Umland. Auch er selbst habe seine etwa 60 Milchkühe abgeschafft. Sein Arbeitsgebiet habe sich auf Ackerwirtschaft fokussiert. 

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