Feuerwehr sauer

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Baufirma reagiert seit Monaten nicht mehr

Wut und Enttäuschung macht sich beim Ortswehrleiter von Groß Vielen, Uwe Brandt, breit. Denn dort, wo aktuell nur eine Sandplatte zu sehen ist, sollte längst die Fahrzeughalle stehen. 
Wut und Enttäuschung macht sich beim Ortswehrleiter von Groß Vielen, Uwe Brandt, breit. Denn dort, wo aktuell nur eine Sandplatte zu sehen ist, sollte längst die Fahrzeughalle stehen.
Susann Salzmann

Das Verständnis ist aufgebraucht. Wut und Enttäuschung über einen Baustopp dominieren die Stimmung bei den Feuerwehrmitgliedern in Groß Vielen und Penzlins Bürgermeister.

Das sympathische Lächeln im Gesicht Uwe Brandts verfinstert sich in letzter Zeit immer mehr. Wut, Enttäuschung und Frustration steigen stetig. Der Grund steht – oder besser gesagt, steht noch nicht – in der Groß Vielener Hans-Beimler-Straße.

Brandt, seines Zeichens dortiger Ortswehrführer, geht auf das Dorfgemeinschaftshaus zu. Es soll das neue Feuerwehrdomizil werden und das zu klein gewordene ohne Wasseranschluss, Sanitäranlagen, Duschen et cetera ablösen. Zu diesem Konstrukt gehört eine neu gebaute Fahrzeughalle mit einem „Stahlskelett“. Die sollte eigentlich schon stehen, versichern Brandt und Penzlins Bürgermeister Sven Flechner. Wer daran vorbeifährt, sieht aber nichts – nur eine Sandplatte.

Erste Schwierigkeiten nach der Vergabe

Schon seit fünf Monaten gehe nichts voran auf der Baustelle. Das soll nach mehrfachen Aussagen an einer Handwerksfirma im Umland liegen. Diese rücke nicht an. Über das Warum kann nur spekuliert werden.

Doch zurück zum Anfang: Im April dieses Jahres vergab die Stadt Penzlin den Auftrag zum Anbau einer rund 14 mal 6,50 Meter großen Fahrzeughalle an das Dorfgemeinschaftshaus. Nach der Auftragsvergabe deuteten sich erste Schwierigkeiten an. So gab es mit dem Unternehmer Diskussionen um Details der auszuführenden Planungen. Statische Unterlagen fehlten, erinnern sich Flechner und Brandt zurück. Ohne die kann nicht gebaut werden.

Niemand kam zum Termin

Die Stadt möchte ihre Kompromissfähigkeit zeigen, obwohl das Verständnis für die bauliche Verzögerung nahezu aufgebraucht ist. Insbesondere über das Nicht-Reagieren ärgert sich Sven Flechner. Weder schriftlich noch telefonisch sei der Unternehmer ans Telefon zu bekommen, um von ihm eine Stellungnahme oder aber eine Zwischeninformation zu einem möglichen Baufortschritt zu bekommen. Für Dienstag, 18. September, stand nun ein Gespräch bei der Verwaltung Penzlins an, sagt Flechner. „Erschienen und entschuldigt hat sich niemand“. Der Nordkurier versuchte es ebenfalls, um zu erfahren, wie es nun in Groß Vielen weitergehen soll. Vergeblich.

Uwe Brandt bewertet den Baustopp als Dreistigkeit. Schlecht für die Wehr. „Vor allem die Moral der Gruppe leidet, weil wir das Objekt im Oktober schon nutzen wollten“, sagt er. Brandt hatte sich seit 2009 für ein neues Feuerwehrdomizil stark gemacht.

Verklagen wäre das letzte Mittel

Die Stadt hofft indes auf eine Reaktion des Bauunternehmers. Verklagen wäre die letztgewählte Vorgehensweise. „Wenn sich jeder auf seine Rechtsposition zurückzieht, forciert das keine zeitnahe Lösung“, so Flechner. Die Stadt als Bauherr mahnt weiterhin zur Leistung. Problematisch: Die Gelder aus dem Förderprogramm für den ländlichen Raum müssten bis Ende 2018 verbaut sein. Die Frist soll nun bis 2019 verlängert werden.

Einfach eine andere Baufirma beauftragen? Die Auftragsbücher sind derzeit allgemein gut gefüllt. „Wir rennen den Handwerksfirmen hinterher; sie sind weniger als zuvor auf die öffentliche Hand angewiesen“, so Flechner. Die gute Situation auf dem Bau münde in Kostensteigerungen von 20 bis 30 Prozent. Allein der Anbau und Umbau des Dorfgemeinschaftshauses mit Schulungsraum und Wehrleiterbüro wurde 80.000 Euro teurer als geplant.