Unsere Themenseiten

Europas Milchsumpf

:

Befürchten die Müritz-Bauern einen Preiskampf?

Einige Landwirtschaftsbetriebe überlegen, sich bei schlechten Milchpreisen über die Menge zu retten.
Einige Landwirtschaftsbetriebe überlegen, sich bei schlechten Milchpreisen über die Menge zu retten.
Simone Neumann

Eine Kuh macht Muh. Viele Kühe machen Mühe. Und nun auch noch Sorgen, die die EU den Milchbauern beschert.

Geht bald der große Milch-Preiskampf los? Im nächsten Jahr wird die Menge nämlich nicht mehr von der EU vorgegeben. Einige Bauern fürchten sich nun vor den Höfen, die erheblich mehr produzieren wollen und so den Milchpreis in den Keller treiben. Sabine Siedler von der Agrar-Union Vipperow hat jedoch keine Angst vorm Wegfall der Milchquote. „Wenn ein Betrieb in der Region im nächsten Jahr mehr produzieren wollte, müssten die Tiere schon jetzt da sein“, sagt sie, „die sind aber nicht vorhanden.“ Zudem bräuchten mehr Kühe mehr zu fressen. Es müsste zusätzlich Futter produziert werden. Die Fläche dafür gebe es aber gar nicht.

Allerdings würden einige Landwirtschaftsbetriebe überlegen, sich bei schlechten Milchpreisen über die Menge retten zu wollen. „Wir dürfen die Milch nicht sinnlos auf den Markt werfen und verramschen“, betont Siedler. Momentan hätte man vernünftige Preise. Dafür schaut Siedler sorgenvoll auf den Export. Der mache zwar nur einen kleinen Teil der Gesamtmenge aus, würde aber schwer ins Gewicht fallen, wenn er wegbreche. „Ich finde es schade, dass wir so exportabhängig sind“, so Siedler.

Auch bei der Müritz Milch GmbH, die der Nordmilch in Bremen angehört, sieht man dem Jahr 2015 gelassen entgegen. „Wir haben in den vergangenen Jahren in die Käserei investiert, so dass wir den Landwirten ihre produzierten Mengen auch abnehmen können“, sagt Unternehmenssprecher Hermann Cordes. Die Produktionsmenge hatte sich in jüngster Vergangenheit stets um ungefähr ein Prozent erhöht. Man gehe nicht davon aus, dass sich das 2015 ändern werde. Ohnehin sei bei der Käseherstellung europaweit eher mit einem Zuwachs zu rechnen.

Hermann Cordes ist auch sehr zuversichtlich, was die Kapazitäten für die Milchverarbeitung angeht. „Ich denke, dass man sich keine Sorgen machen muss.“ Die Exportgeschäfte seien ebenso auf einem guten Weg. Aus Waren wird insbesondere das osteuropäische Ausland und unter anderem Polen beliefert. Dorthin findet hauptsächlich der Schnittkäse seinen Weg.