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Bekommt Waren doch noch sein „Stolz“?

Der Platz an der Strelitzer Straße in Waren ist fast beräumt. Eine Kaufhauskette würde hier schon seit Jahren gerne bauen.
Der Platz an der Strelitzer Straße in Waren ist fast beräumt. Eine Kaufhauskette würde hier schon seit Jahren gerne bauen.
Thomas Türülümow

Neu entbrannt ist in Waren die Diskussion um das Kaufhaus Stolz. Der Platz ist da, der Wille der Investoren ungebrochen. Doch sie haben so ihre Schwierigkeiten.

Kommt es oder kommt es nicht? In Waren mehren sich die Gerüchte, nach denen das Kaufhaus Stolz nun doch gebaut wird. Die Fläche neben dem Lidl an der B 192 in Waren wird quasi schon herausgeputzt. Das schürt bei Müritzstädtern, die sich ein Kaufhaus wünschen, neue Hoffnungen. Andere, die an besagter Stelle besser nichts wollen, was nach geschäftlicher Konkurrenz riecht, sind weniger traurig über ein mögliches Fernbleiben der Kaufhauskette, wie etwa Händler aus dem Warener Innenstadtverein.

„An unserer Position zu einem Kaufhaus in Waren hat sich nichts geändert“, betonte Claudia Bergmann aus dem Verein. Direkt in der City sei so etwas noch okay, aber auf der grünen Wiese neben einem Supermarkt fürchtet man unter den Geschäftsinhabern „eine vergreisende und verwaisende Innenstadt“.

Zudem sei man sich sicher, dass das Angebot in der City zu 80 Prozent das Gleiche sei, wie es das Kaufhaus auch habe. In die gleiche Kerbe schlägt auch die Stadt Waren seit Jahr und Tag. Fakt ist auch, dass der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dem Ganzen noch keinen Segen gegeben, sprich eine Baugenehmigung erteilt hat.

Gericht entscheidet nicht vor Juni

Doch das muss nach Ansicht des Grundstückeigners und Verfechters eines Kaufhauses auf dem Areal noch nichts bedeuten. Schließlich läuft eine Klage beim Verwaltungsgericht in Greifswald. Die Investoren haben Klage eingereicht, um eine Baugenehmigung zu erwirken. „Wir sind im dritten Jahr“, sagt Maik Schmidt, Chef der Immobilien Schmidt GmbH in Waren, einer der Investoren. Er hoffe, dass es nun nicht mehr so lange dauert.

Denn inzwischen gibt es zwei Gutachten, die die Greifswalder Richter in Auftrag gegeben haben. Beide hätten herausgefunden, dass so ein Kaufhaus neben einem Discounter keine schädlichen Auswirkungen auf Gewerbetreibenden in der City hätte. Dennoch: Es gibt bis dato kein Urteil. Wie Heinz-Gerd Stratmann, Sprecher beim Verwaltungsgericht in Greifwald informierte, „ist in der Sache noch gar nichts entschieden. Und es steht auch nicht fest, wann das sein wird“. Bestenfalls findet der Rechtsstreit bis zum Juni/Juli ein Ende. 

Die Kaufhaus-Kette Stolz mit ihren deutschlandweit 27 Filialen vor allen in Tourismus-Hochburgen in Küstennähe ist nach Nordkurier-Recherchen nach wie vor daran interessiert, sich an der Müritz anzusiedeln. Allerdings müsste man nun rasch beginnen können oder erst wieder zum Saisonende. „Im Sommer, unserer Hochsaison, würden wir definitiv nicht starten“ heißt es aus dem Firmensitz in Burg auf Fehmarn.