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Besonders viele Wildunfälle in der Seenplatte

In der Mecklenburgischen Seenplatte kommt es aufgrund der hohen Wildbestände häufiger zu Unfällen (Symbolbild).
In der Mecklenburgischen Seenplatte kommt es aufgrund der hohen Wildbestände häufiger zu Unfällen (Symbolbild).
Susann Prautsch

In der Mecklenburgischen Seenplatte kam es in den vergangen Monaten zu fast 900 Wildunfällen. Ein Jäger erklärt, wann und wo man besonders achtsam sein sollte - das gilt auch für Autofahrer in anderen Regionen.

Die Gefahr von Wildunfällen ist an der Landesgrenze zwischen Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern besonders hoch, sagte ein Sprecher der Polizei Neuruppin. Demnach gehe ein Drittel aller Verkehrsunfälle in der Region auf Rehe, Wildschweine, Hirsche oder Wölfe zurück. Das ist eine der höchsten Quoten in der Bundesrepublik, heißt es weiter.

Dass es in der Mecklenburgischen Seenplatte häufig zu Unfällen mit Wild kommt, ist auf die hohen Bestände in der Region zurückzuführen, sagt Stefan Puls, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Östliches Müritzgebiet. Von September bis zum 17. November dieses Jahres, die Hochsaison von Wild, gab es laut Polizeiangaben hier 819 Wildunfälle. Die Folge: 17 Leichtverletzte.

Hohes Unfallrisiko

Im gleichen Zeitraum 2015 kam es zu 867 Unfällen mit Beteiligung von Wild auf den Straßen in der Seenplatte. Dabei wurden sechs Menschen leicht verletzt. 2016 krachte es im gleichen Zeitraum 886-mal. Die dunkle Jahreszeit lockt die Tiere in die freie Wildbahn und lässt es deutlich häufiger knallen als in den Sommermonaten. Vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung besteht ein höheres Unfallrisiko, sagt Puls. Die Tiere sind zu diesen Zeiten besonders aktiv und überqueren die Straßen, um aus dem Wald auf die Felder zu kommen auf der Suche nach Futter.

„Besonders brenzlig wird es derzeit auf Straßen, die sich dicht an Rapsfeldern befinden und zwischen 17 und 20 Uhr. Hier müssen Autofahrer wirklich vorsichtig sein”, sagt Puls. Die Felder seien bei Dam- und Rotwild sehr beliebt, diese könnten sich noch in den letzten Zügen der Brunftzeit befinden. Mit Wildschweinen sei ohnehin immer zu rechnen. „Die kommen raus, sobald es dunkel ist – auch im Sommer.”

Zuletzt hatte am Mittwoch ein Wildschwein ein Auto auf der Landesstraße 153 zwischen Wittstock und Röbel ins Schleudern gebracht. Der 32-Jährige aus Schleswig-Holstein prallte mit dem Wagen nach dem Zusammenstoß mit dem Schwarzkittel gegen einen Alleebaum. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und kam in eine Klinik, seine Beifahrerin wurde ebenfalls verletzt. Am Auto entstand Totalschaden.