VILLA BEI FINCKEN

Betrugsermittlungen gegen Ex-Minister Krause eingestellt

Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und seine Frau wohnten ein Jahr lang in einem Haus in der Seenplatte, ohne es zu bezahlen. Es kam zum Zivilprozess.
dpa
Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und seine Frau wohnten ein Jahr lang in einem Haus bei Fincken, ohne es zu bezahlen.
Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und seine Frau wohnten ein Jahr lang in einem Haus bei Fincken, ohne es zu bezahlen. Bernd Wüstneck/dpa/Thomas Krause
Neubrandenburg.

Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft hat ihre Betrugs-Ermittlungen gegen Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause (CDU) und dessen Frau im Zusammenhang mit einem geplatzten Hauskauf eingestellt. Grund seien neue rechtliche Entwicklungen, erklärte ein Sprecher der Behörde am Samstag. Nach Berücksichtigung dieser Bestimmung vom Herbst 2018 sei kein Schaden entstanden, so dass kein Betrug vorliege.

Krauses Ehefrau hatte im März 2017 den Kaufvertrag für ein etwa 300 Quadratmeter großes Bauernhaus samt Sauna und Pool bei Fincken (Mecklenburgische Seenplatte) unterschrieben. Die Familie zog ein, der Kaufpreis von 459.000 Euro wurde aber nie bezahlt. Krause bot den Eigentümern stattdessen ein Aktienpaket einer seiner Firmen an, was diese aber ablehnten. Es kam zu einem Zivilprozess. Kurz vor der Zwangsräumung zogen Krauses im April 2018 wieder aus und in die Region Potsdam um.

Im Sinne der neuen Rechtsprechung war das Immobilien-Eigentum noch nicht rechtssicher an Krauses als Käufer übertragen, erklärte der Sprecher. Somit sei kein Schaden entstanden. Im Zuge des Rechtsstreits hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen und auch das Haus in Fincken durchsucht. Das Haus ist inzwischen an Andere verkauft worden.

Krause hatte als Verhandlungsführer der DDR den Einheitsvertrag mit ausgehandelt und unterschrieben. Nach dem Rücktritt als Bundesverkehrsminister 1993 wegen mehrerer Affären hatte er sich aus der Politik zurückgezogen und war als Unternehmer tätig. Er musste sich mehrfach vor Gerichten verantworten. Zuletzt hatte das Amtsgericht Potsdam ihn Ende März 2018 wegen vorsätzlichen Bankrotts und Insolvenzverschleppung zu 5400 Euro Geldstrafe verurteilt.

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Kommentare (2)

Hat Herr RA Diestel wieder gute Arbeit gemacht...

"Neue Rechtssprechung" , ein Recht für den kleinen Klaus und eins für den großen Klaus. Jedem Ottonormalo hätte man die Hosen runtergelassen, da hätte sich ein Herr Diestel gar nicht die Finger dreckig gemacht.