Unsere Themenseiten

:

Bienen-Vielfalt in Kästen verwahrt

Frank Seemann vom Müritzeum zeigt einen der vielen Sammlungskästen mit verschiedenen Bienen.  FOTO: Petra Konermann

VonPetra KonermannWas fliegt denn da? Wohl die meisten erkennen eine Honigbiene. Doch sie ist nur die prominenteste Vertreterin einer großen ...

VonPetra Konermann

Was fliegt denn da? Wohl die meisten erkennen eine Honigbiene. Doch sie ist nur die prominenteste Vertreterin einer großen Familie.

Waren.Einige sind so klein wie eine Ameise, manche sind echte „Brummer“: Bienen, das wird schnell anhand der Sammlungskästen voller Bienen-Präparate des Müritzeums deutlich, können in vielen verschiedenen Arten daherkommen. „Wer eine Biene, vielmehr eine Wildbiene erkennen möchte, muss Flügel zählen“, weiß Müritzeums-Mitarbeiter Frank Seemann. Vier Flügel hat eine Biene, selbst wenn sie winzig klein ist. Sieht ein Tierchen zwar aus wie eine Biene, kann aber nur zwei Flügel aufweisen, dann ist es eine Schwebfliege, die sich als Biene tarnt.
Als Präparator kennt sich Frank Seemann im Haus der Sammlungen, einem Teil des Müritzeums, bestens aus. Rund 550 Bienen-Arten gibt es deutschlandweit. „Und nur 380 von ihnen betreiben Nestbau, wie wir es von der Honigbiene kennen“, berichtet der Warener.
Tausende für die Ewigkeit konservierte Biene ruhen hinter verschlossenen Türen im Fundus der Museumseinrichtung – jede einzelne fein säuberlich aufgepinnt und, mit Beschriftungen versehen, in Glaskästen verwahrt. Die ältesten Präparate stammen aus dem vorigen Jahrhundert, viele von ihnen aus den 1950er-Jahren. Die jüngsten Objekte sind Forschern erst vor wenigen Jahren ins Netz gegangen. Denn Entomologen, berichtet Frank Seemann, sind unermüdlich unterwegs, auch um Wildbienen zu fangen und zu bestimmen, um herauszufinden, wie und wo sich welche Arten verbreiten.
Als Honigbiene kommt hier vor allem eine slowenische Zuchtform vor, die die einst gerade in Norddeutschland verbreitet Dunkle Biene abgelöst hat. „Der hat man negative Eigenschaften nachgesagt, beispielsweise, dass ihre Volksentwicklung langsamer verläuft und sie sich auf schnell ändernde Bedingungen nicht so schnell reagieren kann“, berichtet Seemann. Aber es gebe wieder Imker, die auf diese Dunkle Biene vermehrt zurückgreifen.
Die meisten Wildbienen-Arten, die man mit ein wenig Geduld auch auf Wiesen der Region beobachten kann, leben gar nicht in Staaten wie die Honigbienen, sondern als Solitär, gerne auch unter der Erde. Insektenhotels, so Frank Seemann, seien gute Möglichkeiten, Wildbienen bei ihrem Treiben und in ihrem Lebenskreis zu beobachten.

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de