Steigende Gäste-Zahlen
Binnenland gewinnt gegenüber Ostsee an Attraktivität

Mit rekordverdächtigen Übernachtungen konnte die Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres punkten. Hier ein Blick auf die Feisneck.
Mit rekordverdächtigen Übernachtungen konnte die Seenplatte und die Mecklenburgische Schweiz in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres punkten. Hier ein Blick auf die Feisneck.
Ullrich Rudolf

So viele Urlauber und Übernachtungen wie 2018 konnte der Tourismusverband noch in keinem Jahr verbuchen. Vieles ist top, aber es gibt Nachholbedarf.

Gut, besser, 2018: Bert Balke kann sich in seiner Zeit als Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte e. V. noch an kein Jahr erinnern, das nach Auswertung der ersten acht Monate so gut abgeschnitten hat wie dieses.

Insgesamt seien im Verbandsgebiet, das sich von der Seenplatte bis hinauf zur Mecklenburgischen Schweiz erstreckt, bis zum Stichtag 31. August 3 425 420 Übernachtungen registriert. Immerhin 5,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Erfolg – trotz schlechter Vorbuchungen für das Kalenderjahr 2018. Scheinbar hatte einigen Urlaubern das schlechte Wetter im Vorjahr die Stimmung auf Urlaubsbuchung verhagelt.

Auslastung steigt

Von Rekorden mag Balke zwar nicht gern sprechen, aber „die Müritzregion hat schon extrem zugelegt“, sagt er. Anhand von Übernachtungszahlen weist er nach: Orte wie Waren, Malchow, Rechlin oder Röbel übertreffen allesamt das Vorjahresniveau an registrierten Übernachtungen.

In punkto Auslastung setze sich der Aufwärtstrend fort – kontinuierlich seit Jahren. Betrug die Auslastung in den Unterkünften 2013 noch 28,7 Prozent, liegt sie inzwischen bei 32,4 Prozent. Balkes Schlussfolgerung: „Das Binnenland ist deutlich im Aufwind“ – und konnte Auslastungszuwächse im Gegensatz zu anderen Regionen wie der Ostsee verbuchen.

4,5 Millionen Übernachtungen erwartet

In die Winterpause geht es nun allerdings noch nicht. Bis zum Jahresende prognostiziert der Tourismusverband insgesamt 4,5 Millionen Übernachtungen. Und: Der Erfolg ist sogar noch größer als er anhand der Zahlen auf den ersten Blick anmutet. Denn das vorhandene Zahlenmaterial, das vom Statistischen Landesamt aufgearbeitet wird, berücksichtigt lediglich Herbergen mit einer Bettenanzahl ab 10 aufwärts. „Bootstourismus und der private Herbergemarkt werden dabei außer Acht gelassen“, sagt Balke. Sie fallen allesamt aus der Statistik heraus, machen auch gerade in der Müritzregion allerdings einen gehörigen Teil der Anbieter aus. Nämlich rund ein Drittel.

Das Verbandsgebiet gehört mit zu den reizvollsten in ganz Deutschland – um diesem Status gerecht zu werden, müssen Vermarktungsideen rechtzeitig umgesetzt werden. Die fußen auf Vorbuchungs-Statistiken. Dieses möchte der Verband mit seinen Mitgliedern nun stichprobenhaft selbst erheben. Das Land liefere die Zahlen mit achtwöchiger Verzögerung zu spät für das Alltagsgeschäft des Tourismusverbandes.

Deshalb solle ab kommender Saison mithilfe von bis zu 20 größeren Unterkunftsbetreibern ein eigenes Monitoring erstellt werden. Von den rund 55 000 Betten, die in der Region zur Verfügung stehen, solle die eigene Statistik mindestens 5000 bis zu 10 000 Betten erfassen und somit eine Entscheidungsgrundlage bieten.