DüRRE-PERIODE

Bis zu 80 Prozent Ernteverluste in der Seenplatte

In der Debatte um finanzielle Unterstützung für die Landwirte gibt es noch immer keine Einigung. Zum Unmut des Müritzer Bauern-Chefs Thomas Diener.
Malte Schindel Malte Schindel
Mit finanzieller Hilfe vom Bund können die Bauern noch immer nicht rechnen.
Mit finanzieller Hilfe vom Bund können die Bauern noch immer nicht rechnen. Simone Pagenkopf
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Seenplatte.

„Hinhaltetaktik” – so bezeichnet Thomas Diener die aktuellen Gespräche über mögliche Hilfen für Landwirtschaftsunternehmen. Der Müritzer Bauern-Chef schließt sich MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) an, der sich darüber beschwerte, dass kein klares Signal aus Berlin kommt. Er dachte, eine Entscheidung sei in greifbare Nähe gerückt. So ist dem aber nicht.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) beharrt auf ihrer Linie, erst in der nächsten Woche nach Vorliegen des abschließenden Berichtes zu den bundesweiten Ernteergebnissen über Hilfen des Bundes entscheiden zu wollen.

„Das bedeutet eine weitere Woche abwarten! Für existenzgefährdete Betriebe kann dieser Aufschub zur Zerreißprobe werden”, so Backhaus. Thomas Diener erwartet eine endgültige Entscheidung sogar erst zu Monatsende. Er blickt in den Süden der Bundesrepublik. In Bayern werden die von Trockenheit und Hitze besonders betroffenen Landwirte nun finanziell unterstützt. Das sei ohne großen Aufwand verbunden, sagt Diener.

Diener ist von Vorgehensweise enttäuscht

In der Seenplatte haben Unternehmen einen Schaden von bis zu 80 Prozent erlitten. Wer sich ins Auto setze und losfahre, sehe die große Not – der Müritzer Bauern-Chef kann das Handeln von Klöckner nicht nachvollziehen. „Man muss nur warten. Irgendwann hat sich das Problem irgendwie von alleine erledigt”, sagt Diener enttäuscht.

Die Staatssekretäre der Länder hatten die Auswirkungen der Dürre besonders im Futterbau thematisiert und auf das Prüfen der Auflage eines Hilfsprogramms im Futterbau gedrängt. Der Bund habe wiederholt betont, dass weitere Zahlen vonnöten seien, um eine Entscheidung darüber zu fällen, ob die Trockenheit zu einer nationalen Notsituation geführt habe. Zudem müssten die Länder ihren Finanzierungsbedarf aufgrund der Ernteausfälle konkret ermitteln.

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Kommentare (2)

dabei sind sie fast alle Millionäre. Zumindest im Osten. Zwar sind die Gewinne nicht mehr so hoch wie auch schon. Dafür sind die Weltmarktpreise zu tief. Doch am Hungertuch müssen sie noch lange nicht nagen. Ein schlechtes Jahr kann immer mal dabei sein. "Der kluge Mann baut vor." Das schrieb schon vor über 200 Jahren kein geringerer als Friedrich Schiller. Pauschalhilfen wird es nicht geben. Nur den wirklich hart getroffenen Bauern wird geholfen.

Sagen wir mal so, viele haben sich mit der Neuanschaffung von Technik großzügig übernommen und werden mit der Rückzahlung der Raten ins Schwimmen kommen, trotzdem sollte der Staat hier doch helfen, wegen der Arbeitsplätze die daran hängen. Und die gute Frau Merkel in Zusammenarbeit mit Frau Klöckner werden das Problem gemeinsam aussitzen, wie es schon bei der Milchkrise gewesen ist. Das Geld wird dringender für Migration und alles was damit zusammenhängt gebraucht. Wir schaffen das!