Schon die Kleinsten sollen über die Blühwiese an das Thema Artenvielfalt herangeführt werden. Matthias Schmidt
Schon die Kleinsten sollen über die Blühwiese an das Thema Artenvielfalt herangeführt werden. Matthias Schmidt vom Bauernverband verteilte die Saatkörner an die neugierigen Kinder. Susann Salzmann
Die vorbereitete Fläche ist rund 30 Quadratmeter groß. Dort soll im Frühjahr eine Bienenweide entstehen.
Die vorbereitete Fläche ist rund 30 Quadratmeter groß. Dort soll im Frühjahr eine Bienenweide entstehen. Susann Salzmann
Aktion Blühwiese

Blumen säen für Insekten! Schüler sollen so viel über die Natur lernen

Erst mit Anleitung aussäen, später auch Wissen ernten: Von der Blühwiese vor der Kargower Schulpforte sollen knapp 50 Grundschüler profitieren.
Kargow

Mal waren sie golden, ein anderes Mal dunkel. Die Rede ist von Saatkörnern, die am Freitag in Kinderhänden landeten. Damit deckten die Kargower Grundschüler den sprichwörtlichen Tisch für Bienen und Insekten. Das, was aus der Saat entsteht, soll als Blühwiese nicht allein Nutzen für Insekten und Bienen bringen, sondern 46 Grundschüler auch nachhaltig in ihrer Entwicklung prägen. Denn das Natur- und Umweltbewusstsein der Kinder an der Kargower Grundschule zu fördern, steht dort ganz weit oben. Für die Bildungseinrichtung „Uns lütt Schaul“ begann der April mit dem Aussäen von Koriander, Kornblume, Drachenkopf, Saatwicke und Co.

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Das Projekt heißt „Schule blüht auf”

Voller Elan und mit großer Begeisterung verteilten die Grundschüler das Saatgut auf der rund 30 Quadratmeter großen, vorbereiteten Fläche. In der Müritzregion wurde so, umringt von Lehrern, Landwirten und Vertretern des Bauernverbandes die vierte Runde des Projektes „Schule blüht auf“ gestartet. Der Nachwuchs soll mit Aktionen wie diesen an so bedeutsame Dinge wie Insektenschutz und Artenvielfalt herangeführt werden, erklärte Matthias Schmidt vom Bauernverband Müritz. Durch die Blühwiesen werden ideale Lebensbedingungen geschaffen, erzählten Landwirte den Kindern.

Blühwiese auch Thema in Mathe und Sachkunde

Auch im Unterricht im Klassenraum soll die Blühwiese regelmäßig im Fokus stehen, kündigte die Leiterin der Kargower Grundschule, Ulrike Schwenn, an. Im Matheunterricht könnte die Fläche berechnet werden oder sogar der Wasserbedarf. Im Sachkundeunterricht soll ein Herbarium – eine Pflanzensammlung – angelegt werden. Ideen gibt es viele. Sie alle gehen weit darüber hinaus, die Bienenweide regelmäßig zu bewässern. In der außerschulischen Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „Forschen und Entdecken“ soll die Blühwiese ebenfalls zum Lernprogramm gehören. Das Naturbewusstsein der Schüler zu schärfen, liegt Schwenn und ihrem Lehrerteam generell am Herzen. In der Vergangenheit zeigte sich das beispielsweise an Kooperationen mit externen Naturpädagogen oder dem Warener Müritzeum.

50 Schulen machen mit

In diesem Jahr haben sich rund 50 Schulen aus ganz MV für „Schule blüht auf“ angemeldet. Der Bauernverband MV hatte im vierten Jahr in Folge gemeinsam mit dem Landesimkerverband und dem Saatgutverband MV zu der Aktion aufgerufen. Etwa 3000 Schüler in rund 180 Klassen bereiten Flächen für das Aussäen vor. Die Kargower Bildungseinrichtung ist nun eine davon.

Hochbeete für Kräuter sollen folgen

Die Besonderheit in dem kleinen Müritzort: Experten in Sachen Artenschutz befinden sich mit dem Landwirtschaftsbetrieb Kagel und dem Biohof Puls nur etwa 50 Meter vom Schulgelände entfernt. Bei der Aussaat unterstützte Gabriele Lubahn vom Landwirtschaftsbetrieb Kagel die Kinder. „Die Samen dürfen nicht zu tief in der Erde liegen, weil sie es sonst nicht schaffen, ans Licht zu kommen“, erklärte sie den begeisterten Kindern.

Lubahn und Bio-Landwirt Stefan Puls engagieren sich in Kargow außerdem ehrenamtlich im örtlichen Kulturverein. Über den Verein bekommt die Schule zeitnah auch zwei Hochbeete zum Anpflanzen von Kräutern, so Puls. Die Wertschätzung für intakte Prozesse in der Natur, aber auch für das Gedeihen landwirtschaftlicher Erzeugnisse soll so wachsen, wünschte sich Landwirt Puls.

 

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