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Totalschaden vermutet

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Boot nach Havarie auf erster Fahrt geborgen

Das Boot war halb mit Wasser vollgelaufen. Am Montag wird der Schaden begutachtet. 
Das Boot war halb mit Wasser vollgelaufen. Am Montag wird der Schaden begutachtet.
Stephan Radtke

Ein Tauchteam hat das Boot abgedichtet und mit Luftkissen abgehoben. Dann konnte es abgeschleppt werden – unter Polizeischutz.

Das am Dienstag gekenterte Charterboot ist am Freitag geborgen worden. Das teilten die Wasserschutzpolizei und Steffen Schulz vom Eldenburger Unternehmen Yachtcharter Schulz mit. Die Firma war mit der Bergung beauftragt.

Das Boot war am Dienstag, dem 1. Mai, anscheinend durch eine Verkettung unglücklicher Umstände leckgeschlagen und halb mit Wasser vollgelaufen. Laut Angaben des Skippers und seiner Ehefrau waren sie auf dem Kölpinsee unterwegs und passierten den Göhrener Kanal in Richtung Fleesensee, als die Antriebswelle brach, das Boot manövrierunfähig wurde und durch starke Böen an die Mole gedrückt und dabei stark beschädigt wurde.

Das Boot wurde geflutet, die Besatzung gerettet und das Schiff an der Kanalausfahrt zum Fleesensee vertäut. Am Mittwoch musste austretender Diesel von den Feuerwehren aus Malchow und Alt Schwerin mit Ölsperren bekämpft und abgepumpt werden.

Steffen Schulz berichtete am Freitag, dass man ein Tauchteam aus der Feldberger Region für die Bergung engagiert habe. Die Taucher hätten die Lecks abgedichtet und dann Fender in die gefluteten Hohlräume des Bootes eingebracht und mit Luft vollgepumpt. Durch den Auftrieb konnte das Boot angehoben und ausgepumpt werden. Steffen Schulz, Inhaber und Betreiber von Yachtcharter Schulz, schätzt die Menge des ausgepumpten Wassers auf mehr als 20 Kubikmeter.

Am Ende konnte das havarierte Boot unter Polizeischutz ins Yachthafenresort Fleesensee geschleppt werden. Die ganze Aktion habe von etwa 8 bis 14 Uhr gedauert. Den genauen Schaden müsse natürlich erst noch ein Gutachter feststellen, aber dieser könne sich durchaus auf eine Summe zwischen 20 000 und 40 000 Euro belaufen, schätzt Steffen Schulz. Immerhin müsse unter anderem die ganze Inneneinrichtung ersetzt werden, auch der Motor habe Schaden genommen.

Der Vermieter Thomas Abraham, Chef des Plauer Bootsverleihs Abraham, geht allerdings von einem Totalschaden aus, der sich nicht mehr reparieren lasse. Sein Boot habe drei Tage im Wasser gelegen, die Inneneinrichtung sei durch das Öl-, Diesel- und Wassergemisch hinüber. Am Montag treffe man sich mit einem Gutachter und der Polizei, um den Schaden einzuschätzen und den Unfallhergang nachzuvollziehen. Da gebe es noch offene Fragen. Falls dem Skipper kein Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen sind, werde eine Versicherung den Schaden tragen. Die neun Meter lange Charteryacht „Leni“, eine GFK-Motoryacht MARCO 860 AK aus den Niederlanden, war übrigens ganz neu im Bestand von Thomas Abraham. „Es war ihre erste Fahrt“, sagt er.