ATOMMÜLLFREIE MÜRITZREGION

Bürgerinitiative gegen Atommüll-Endlager gegründet

Bewohner aus Wredenhagen und der umliegenden Gemeinden in der Mecklenburgischen Seenplatte fürchten, in ihrer Region könnte ein Endlager für hochradioaktiven Abfall entstehen.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Elke-Annette Schmidt (Die Linke, vorne), Erste stellvertretende Kreistagspräsidentin, bezeichnete mögliches Atommüll-Endlag
Elke-Annette Schmidt (Die Linke, vorne), Erste stellvertretende Kreistagspräsidentin, bezeichnete mögliches Atommüll-Endlager als Imageschaden für die Region. Nadine Schuldt
Die Wredenhagenerinnen Christel Griesbach (links) und Cordula Wahrmann waren zwei der vielen Mitstreiter, die ihren Namen in d
Die Wredenhagenerinnen Christel Griesbach (links) und Cordula Wahrmann waren zwei der vielen Mitstreiter, die ihren Namen in die entsprechenden Listen eintrugen. Nadine Schuldt
Etwa 65 Interessierte zog es am Montagabend zu der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative.
Etwa 65 Interessierte zog es am Montagabend zu der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative. Nadine Schuldt
Sam Bohr ist einer der Motoren der Bürgerinitiative gegen ein mögliches Atommüll-Endlager unter Wredenhagen.
Sam Bohr ist einer der Motoren der Bürgerinitiative gegen ein mögliches Atommüll-Endlager unter Wredenhagen. Nadine Schuldt
Wredenhagen.

Gegen ein mögliches Atommüll-Endlager hat sich am Montag im Wredenhagener Gemeindezentrum die Bürgerinitiative gegen ein mögliches Atommüll-Endlager für hochradioaktiven Abfall gegründet. Sie trägt den Namen „Atommüllfreie Müritzregion”. Die Mehrheit setzte bei der Namenswahl auf die Bekanntheit der Region. In der öffentlichen Abstimmung konnten sich die beiden anderen Vorschläge „Atommüllfreies Eldetal” und „Atommüllfreie Seenplatte” nicht durchsetzen.

Die Bürgerinitiative konnte auf Anhieb 60 Mitstreiter gewinnen. Bei der Gründungsversammlung war auch Elke-Annette Schmidt (Die Linke), stellvertretende Kreistagspräsidentin, dabei. „Sollte es an irgendeiner Stelle knirschen, würden wir die Sache auch politisch begleiten”, sagte sie.

Kritik am Verfahren zur Standortsuche

Die Bürgerinitiative hat sich gemeinsame Ziele gesetzt: Dazu zählt unter anderem mit gegebenenfalls anderen betroffenen Gemeinden in Kontakt zu kommen und solidarisch zu sein. Darüber hinaus wolle man offene Kritik am bisher laufenden Verfahren der Standortsuche üben. „Wir sollten noch einmal ganz klar definieren, dass wir es nicht gut finden, dass es kein transparentes Verfahren gibt und wir Informationen über die Medien erhalten”, sagte Sam Bohr.

Er hatte zu der Gründungsversammlung der Bürgerinitiatiave eingeladen. Zudem hatte er vergangene Woche auch Jochen Stay, Mitglied der Anti-Atommüll-Organisation „ausgestrahlt”, für eine Info-Veranstaltung in Wredenhagen gewinnen können.

Bürgerinitiative will nicht mehr warten

Hintergrund: „ausgestrahlt” hat auf ihrer Internetseite eine Karte veröffentlicht, derzufolge Wredenhagen – neben anderen Orten in Mecklenburg-Vorpommern – die geologischen Möglichkeiten für ein Atommüll-Endlager biete. Wie die Bundesanstalt für kerntechnische Entsorgungssicherheit mitteilte, befinde sich die Suche noch ganz am Anfang.

Doch die Wredenhagener und ihre Mitstreiter aus den umliegenden Gemeinden warten nicht mehr. Die Bürgerinitiative will ab Freitag erste Arbeitsgruppen zu den Bereichen Netzwerk-Aufbau, Recherche und Medien bilden.

zur Homepage

Kommentare (1)

Die DBHD Endlager-Planung bezieht sich auf eine Tiefstsalz-Schicht. Wer erneut in einen Salz-Stock einlagern möchte hat aus Asse und Gorleben nichts gelernt. - MfG - Dipl.-Ing. Volker Goebel - Endlager-Fachplaner ww - http://www.ing-goebel.de