Streit um ein Politik-Planspiel

:

Bundeswehr verteidigt Stellung an Schulen

Die Linken-Fraktion des Kreistages will vom Landrat Einzelheiten über Einsatz der Jugendoffiziere wissen.
Die Linken-Fraktion des Kreistages will vom Landrat Einzelheiten über Einsatz der Jugendoffiziere wissen.
dpa-Archiv

Wirbt die Bundeswehr jetzt "durch die Hintertür" um Nachwuchs? Ein Politik-Planspiel, das Jugendoffiziere mit Schülern durchführen, sieht für manche Müritzer so aus, als sei es eigentlich eine Rekrutierungs-Maßnahme.

Nach der Veröffentlichung eines Berichts über ein Politik-Planspiel der Bundeswehr mit Schülern aus Röbel schlagen in der Müritzregion die Wellen hoch. Der Kreistagsabgeordnete der Linken, Peter Ritter, will jetzt von Landrat Heiko Kärger (CDU) genau wissen, ob die Eltern der Schüler im Vorfeld über die Veranstaltung informiert wurden und ob dazu Einverständniserklärungen vorlagen. Außerdem verlangt Ritter Auskunft darüber, ob zu den Veranstaltungen der Bundeswehr an Schulen auch Vertreter von Friedensorganisationen eingeladen wurden. Auch in Leserbriefen hat es Unmut über den Einsatz der Bundeswehr gegeben.

Der Neubrandenburger Jugendoffizier, Hauptmann Sebastian Wetzel, versteht die ganze Aufregung nicht. "Wir sind Öffentlichkeitsarbeiter und rekrutieren keinen Nachwuchs für die Bundeswehr. Das ist einzig und allein Aufgabe der Karriereberater in der Truppe."

Kommentare (4)

Zu DDR-Zeit,hieß die Linke noch SED. Da hat sie sich nicht aufgeregt,wenn die Soldaten in die Schulen gegangen sind. Damals wurde es noch von der Partei gefördert. Was für Heuchler sind das ?

Wenn es früher falsch war, dass die NVA an Schulen aktiv war, warum sollte es heute richtig sein, dass die Bundeswehr Veranstaltungen an Schulen durchführt? Offenbar sind die Linken eine der wenigen, die diesbezüglich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

Ich bin einer der Schüler, die an diesem Projekt teilgenommen haben. Zuallererst kann ich dem Linken P. Ritter raten, sich darüber zu informieren, worum es überhaupt ging. Die Bundeswehr ist nichts weiter als eine staatliche Institution und daraufhin wird klar, dass der eigentliche Veranstalter die BRD ist. Dieses Arbeitsseminar trägt ,wie schon bekannt, den Namen POL&IS. Der einzige Zweck war es, durch eine Weltsimuation mit Beschäftigung über aktuelle Themen, das Interesse der Schüler an der aktuellen Poltik zu wecken (POLitik & Internationale Sicherheit). Die Verteilung von Rollen in einzelnen Regionen war sehr interessant und machte vor allem Spaß. Ich kann mit gutem Gewissen bestätigen, dass in keinerlei Form für die Bundeswehr durch die Jugendoffiziere Werbung gemacht wurde. Das hauptsächliche Engagement und die mühevolle, langwierige Organisation der Bundeswehr und Lehrer ist hierbei zu betonen. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Zuletzt kann ich noch sagen, dass meine Eltern eine umfangreiche, detaillierte Auskunft über unsere Veranstaltung bekamen. Es war keine Pflicht für die Schüler und trotzdem ließen mich meineElter mit gutem Gewissen fahren. Natürlich auch deswegen, weil es schon eine langjährige Tradition an unserer Schule war und ist und hoffentlich bleiben wird, da die letzten Tag mir sehr viel für die Zukunft gebracht haben und eine echte Bereicherung für mich waren. Damit möchte ich auch darum bitten, Falschaussagen oder Umdrehungen der Tatsachen zu unterlassen. Danke.

Ich bin ebenfalls eine Schülerin, die an diesem Projekt teilgenommen hat. Ich bin der Meinung das in keinster Weise für die Bundeswehr geworben wurde! Ich weiß ja nicht was sie hier als Werbung verstehen, ich meine, die Jugendoffoziere können ja wohl schlecht ihre Uniformen ablegen oder Ähnliches! Sie haben POL&IS für uns sehr interessant gestalltet und Alles richtig gemacht. Ich denke für Jemanden der nicht dabei war, sind das sehr gewagte Worte, nächstes mal bitte ordentliche Informationen zukommen lassen, Danke