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Bunte Blumen machen traurig

Regina Ziegler zeigt die Blütenpracht in der Gartenbau Satow-Kogel GmbH. Eigentlich schon vor Ostern sollten die Stiefmütterchen bei den Kunden sein.  FOTOs (2): Petra Konermann

Von unserem RedaktionsmitgliedPetra KonermannFrühling? Fehlanzeige! Vor allem Gartenbaubetriebe und Unternehmen, die mit Frühlingsblumen handeln, betrachten ...

Von unserem Redaktionsmitglied
Petra Konermann

Frühling? Fehlanzeige! Vor allem Gartenbaubetriebe und Unternehmen, die mit Frühlingsblumen handeln, betrachten den langen Winter mit große Sorge.

Waren/Kogel.„Bei uns stapeln sich die Blumen bis an die Decke.“ Jens Müller, Leiter des Gartencenters beim Obi-Markt in Waren, ist ziemlich sauer auf den ausbleibenden Frühling. Denn während die andere Frühlingsware bei Großhändlern zum Glück noch in die Warteschleife geschoben werden konnten, stehen Stiefmütterchen und Primeln zu hauf im Gartencenter. Müller weiß: Die Kunden würden gerne kaufen, verzichten angesichts von Minustemperaturen jedoch darauf. „Der Winter dauert einfach zu lange.“ Das sei traurig, nicht nur für die Kunden, sondern auch für das Unternehmen. „Ganz klar, das bedeutet für uns wirtschaftliche Einbußen“, macht Jens Müller deutlich. Was ihm bleibt, ist weiter auf den Frühling zu hoffen. „Mitte April, soll es laut Prognosen wärmer werden. Aber das sind ja auch noch knapp zwei Wochen“, sagt Müller resigniert.
Ratlos ist auch Joachim Sedlag, Geschäftsführer der Gartenbau Satow-Kogel GmbH. Sein Blick schweift über 120 000 Stiefmütterchen, die eigentlich schon vor Ostern ihren Weg zu Kunden hätten antreten müssen. Doch anders als in den Jahren zuvor, blühen die Pflanzen nun fröhlich in den Kogeler Gewächshäusern. „Wenn wir die Pflanzen nicht loswerden, wäre das schlimm für unser Unternehmen. Für den März fehlen rund 75 Prozent unserer Einnahmen“, macht Sedlag deutlich. Und nicht nur das: Die Frühlingsblumen, die nicht verkauft werden, verursachen zusätzliche Kosten – schließlich müssen sie gepflegt und gegossen werden mit der Hoffnung, dass der Frühling doch noch kommt und dass die Kunden nicht ganz auf Stiefmütterchen und Co verzichten.
Daran mag Geschäftsführer Sedlag gar nicht denken. „Ich werde wohl mit unseren Kunden telefonieren und hören, wie unsere Chancen stehen , dass sie doch noch Stiefmütterchen nehmen“, hat sich Joachim Sedlag überlegt. Seine Mitarbeiter sind ein Gewächshaus weiter schon damit beschäftigt, den Sommer der Kleingärtner vorzubereiten.
Zum Beispiel Gurkenpflanzen auf eine widerstandsfähige Kürbis-„Unterlage“ zu pfropfen. „Wir bieten alle Gemüsesorten an“, betont Joachim Sedlag. Gerade mal eine einzige Kundin war gestern dort, um sich Gurken für Gewächshaus zu holen. „Aber das hat ja auch noch ein bisschen Zeit“, erklärt der Geschäftsführer, der jetzt erst einmal daran denken muss, seine Stiefmütterchen an den Mann oder die Frau zu bringen. Wochentags von 8 bis 16 Uhr und Sonnabends von 8 bis 11 Uhr hat der Gartenbau-Betrieb für Kunden geöffnet.

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p.konermann@nordkurier.de