BENEFIZKONZERT

Chöre singen für Betroffene der Flutkatastrophe

Die Penzliner Sangesfreunde halfen schon beim Elbe- und Saalehochwasser in Sachsen-Anhalt. Die neueste Benefizaktion soll den Flutopfern eine Hilfe sein.
Die geölten Stimmen der Ladies vom 1977 gegründeten Penzliner Frauenchor waren vor der Pandemie unter anderem zur Wa
Die geölten Stimmen der Ladies vom 1977 gegründeten Penzliner Frauenchor waren vor der Pandemie unter anderem zur Walpurgisnacht oder bei Sängertreffen anlässlich zu Jubiläen zu hören. ZVG
Penzlin ·

Müritzer Stimmen erklingen für die gute Sache – nicht zum ersten, sondern zum dritten Mal. „Wir haben beim Elbe- und später beim Saalehochwasser geholfen. Also helfen wir auch jetzt nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW vom Juli“, begründete die Penzliner Zahnärztin Ute Blohm die Motivation für einen musikalischen Frühschoppen am 18. September auf der Burgwiese.

Blohm ist die Vorsitzende des 22-köpfigen Penzliner Frauenchores. Niemand ihrer Mitglieder musste die schreckliche Erfahrung machen, alles zu verlieren. Weder 2002 beim Hochwasser der Elbe noch 2013, als die Saale in Sachsen-Anhalt für neue Rekordwasserstände sorgte. Eine indirekte Betroffenheit gibt es aber doch. Denn: „Eine unserer Sängerinnen hat einen Verwandten in der Region an der Ahr“, erzählte Blohm. Die Spenden für das eintrittsfreie Konzert am übernächsten Sonnabend gehen an einen Chor in der Krisenregion im Ahrtal –ganz getreu der Devise „Von Chören für Chöre“.

Spendenempfänger soll der Gemischte Chor „Liederkranz 1913“ in Ahrbrück sein. Ute Blohm hofft als Vorsitzende auf mögliche Spendeneinnahmen zwischen 800 und 900 Euro. In dieser Größenordnung fiel bereits der Spendenbetrag zu den zwei Hochwasser-Ereignissen in der Vergangenheit aus.

Benefizkonzert auf der Burgwiese beginnt um 11 Uhr

Eigentlich sollte in diesen Tagen das 30-jährige Jubiläum des Chorverbandes MV gefeiert werden, doch das fiel den geltenden Corona-Bestimmungen zum Opfer. Die Vorstandsvorsitzende Blohm hofft auf rund 300 Besucher zum Benefizkonzert mit drei Chören und zwei Solisten. Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, stehen nicht schlecht. Denn seit der Corona-Pandemie erfährt die Kultur vielerorts eine andere, eine höhere Wertschätzung.

Die Stimmen müssen die Sängerinnen im Frauenchor nicht von neuem ölen. Zwar ist das Benefizkonzert die erste größere Veranstaltung, doch die Pandemie schob beim Chor auch den Schritt in Richtung Digitalisierung an. Als die Inzidenzen im vergangenen Herbst durch die Decke schossen und Proben selbst in Kirchen nicht mehr möglich waren, schrieb der Frauenchor Anträge. Von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt erhielt er 4500 Euro Fördermittel. Mit 500 Euro Eigenmitteln besorgte der Chor 20 Laptops für seine Mitglieder. Die Gesangseinheiten wurden digital abgehalten – jeder hörte die Chorleitung, aber die wiederum sah nur die Lippen ihrer Eleven. Von der 31- bis zur 83-jährigen Sängerin werden die mobilen Geräte genutzt. So wird das auch nach Corona sein. „Die Mitglieder können Sequenzen aufnehmen und zu Hause nachsingen“, freut sich Blohm.

Das Benefizkonzert auf der Wiese vor der Alten Burg beginnt um 11 Uhr und klingt gegen 14.30 Uhr aus. Den Auftakt bildet der Frauen-, gefolgt vom Penzliner Kirchenchor. Danach erobern mit Helmut Lexow und Stefan Köpke zwei Solisten die Bühne. Den Abschluss bilden der Penzliner Männerchor 1907 und drei gemeinsame Lieder zum Ausklang.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Penzlin

zur Homepage