Zu den sieben verkauften Cinestar-Kinos in Mecklenburg-Vorpommern zählt auch das Warener Kino. 
Zu den sieben verkauften Cinestar-Kinos in Mecklenburg-Vorpommern zählt auch das Warener Kino. Malte Schindel
Kartellamt prüft

Cinestar-Kinos in MV an die Briten verkauft

Umbruch in der Kinolandschaft MV: Die Cinestar-Kinos werden verkauft. Was das für den Besucher und die Mitarbeiter bedeutet, scheint noch ungewiss.
Waren

Die deutsche Kinokette Cinestar hat einen neuen Eigentümer: Der australische Mutterkonzern Event Hospitality & Entertainment (EVT) hat das Geschäft an den britischen Kinobetreiber Vue International verkauft. Dieser betreibt auch die CinemaxX-Kinos in Deutschland.

Die bundesweit insgesamt 55 Cinestar-Kinocenter lässt sich die Firma rund 130 Millionen Euro kosten, weitere 90 Millionen könnten hinzukommen, abhängig von den Besucherzahlen in den kommenden Monaten. Nur das Bundeskartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen. Die Prüfung dauert bis zu zwölf Monate, teilte Sandra Backhaus von der ZPR GmbH, verantwortlich für die Pressearbeit von Cinestar, auf Nordkurier-Nachfrage mit. Zu den 55 Kinos gehören auch sieben Häuser in Mecklenburg-Vorpommern. Zwei in Rostock sowie je eins in Greifswald, Stralsund, Wismar, Neubrandenburg und Waren.

Besucherzahlen sind zurückgegangen

Welche Folgen der Besitzerwechsel für die Cinestar-Kinos in der Seenplatte hat, ist derweil noch unklar. „Aktuell wird es keinerlei Änderungen für das operative Geschäft, für Mitarbeiter und die Standorte geben”, hieß es zwar von Sandra Backhaus. Doch sagte Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock, dass niemand wisse, wie es nach der Entscheidung des Kartellamts weiter gehe. Mit weiteren Informationen hält man sich auch vor Ort in Waren bedeckt. Man könne und dürfe nichts sagen, hieß e. Ob der Name Cinestar bleibt? Unklar.

Auch beim Hauptverband Deutscher Filmtheater in Berlin kann man nur spekulieren, wie sich der Verkauf des deutschen Marktführers auf die Kinolandschaft auswirkt. Fest steht aber, dass sich die Besucherzahlen rasch wieder steigern müssen. „Gerade im vergangenen halben Jahr sind die Besucherzahlen sehr stark zurückgegangen. Das liegt zum einen an dem heißen Sommer, zum anderen an der Fußball-WM”, sagt Hauptausschussmitglied und Kinobetreiber Martin Turowski. „Aber ohnehin sind die Zahlen in Deutschland rückläufig, während der Kinomarkt weltweit steigt”, fügt Turowski hinzu.

Eintrittspreise müssen hinterfragt werden

Streaming-Dienste wie zum Beispiel Netflix seien an dem Rückgang aber nicht schuld, sagt Turowski. „Das ist zu kurz gedacht. Die Leute, die streamen, gehen auch gerne ins Kino”, erklärt der Kinobetreiber.

Dafür, sagt Turowski, müsse zum Teil der Eintrittspreis hinterfragt werden. „Wenn der Preis höher ist als die Qualität, ist der Besucher nicht mehr gewollt zu zahlen.”

zur Homepage