BAUPLÄNE

Corona-Virus verzögert Bau des Radwegs

Irgendwas ist ja immer. Erst fehlten diverse Gutachten und nun macht das Corona-Virus dem Radweg-Bau von Bollewick nach Ganzin einen Strich durch die Rechnung.
Amtsvorsteher Manfred Pitann an dem Punkt, wo einst die Bahnstrecke entlangführte – und bald auch Räder rollen
Amtsvorsteher Manfred Pitann an dem Punkt, wo einst die Bahnstrecke entlangführte – und bald auch Räder rollen sollen. Nadine Schuldt
Bollewick.

Der Amtsvorsteher des Amtes Röbel-Müritz wird langsam ungeduldig. „Es wird Zeit, dass der erste Bau-Abschnitt von Bollewick nach Karchow auf der alten Bahnlinie fertiggestellt wird, da dort ein Anschluss an einen Radweg erreicht wird, der nach Dambeck führt“, sagt Manfred Pitann. Immerhin soll der Radweg schon seit rund fünf Jahren auf der ehemaligen Bahnstrecke, die von Bollewick nach Ganzlin führt und dem Landkreis gehört, entstehen.

Doch in naher Zukunft passiert auf der Strecke erst einmal nichts. Pitann und die anderen Einwohner müssen sich noch länger gedulden – obwohl der Förderantrag gestellt ist und alle Gutachten und Genehmigungen vorliegen. Auch Thomas Fitzke, Fachmann für Radwege bei der Wirtschaftsförderung des Seenplatte-Landkreises, wartet auf ein Zeichen des Infrastrukturministeriums beziehungsweise des Landesförderinstituts (LFI).

Im Institut stockt die Arbeit

Im LFI, in dem die Förderanträge bearbeitet werden, stockt momentan die Arbeit. „Das Landesförderinstitut hatte zwischenzeitlich einen Großteil der Mitarbeiter für die Bearbeitung der zahlreichen Anträge für die Corona-Soforthilfe einsetzen müssen“, erläutert Renate Gundlach, Pressesprecherin im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Die eigentliche Bearbeitung der Förderanträge sei in dieser Zeit dennoch weiterhin erfolgt, wenngleich mit verminderter Intensität.

Für Manfred Pitann ist das keine gute Nachricht. Für den Amtsvorsteher ist der ganze Radweg nicht nur eine wichtige touristische Verbindung zum Bärenwald Stuer und dem Plauer See, sondern auch eine wichtige Trasse für Kinder und Jugendliche, damit sie gefahrlos nach Röbel und seine Sportstätten gelangen können.

Ein ewiges Hin und Her

Seit 2016 gibt es immer Hürden, die zu einem Aufschub des Radewegebaus führten. So wechselten in jenem Jahr Zuständigkeiten innerhalb der Wirtschaftsförderung, weshalb das Projekt nicht vorankam. Mitte 2018 wurde der Radweg sogar komplett aus dem kreislichen Haushalt 2019 gestrichen, wodurch wichtige Eigenmittel wegfielen. Dann kam die Rolle rückwärts: In einer Prioritätenliste der Wirtschaftsförderung tauchte der geplante Radweg auf der einstigen Bahntrasse wieder auf. Im kreislichen Haushalt waren die Mittel für den ersten Bauabschnitt ebenfalls eingestellt, sagte Fitzke damals.

Baukosten sind inzwischen gestiegen

Mittlerweile kommen auch erschwerend die gestiegenen Baukosten hinzu. Hatte man zunächst mit rund 1,1 Millionen Euro kalkuliert, liegen die Kosten nach aktuelleren Berechnungen mittlerweile bei 1,358 Millionen Euro. Doch wie hoch die Förderung ausfallen wird, ist völlig unklar. Zurzeit prüfe das LFI die eingereichten Unterlagen, so Gundlach. „Eine abschließende Äußerung über die Förderung einschließlich der Höhe ist erst nach Abschluss dieser Prüfung möglich“, erklärt die Pressesprecherin.

Erst nachdem der Fördermittelbescheid erteilt ist, kann die Ausschreibung für den Radwegebau auf dem ersten Bau-Abschnitt erfolgen, so Fitzke.

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