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Crowdfunding-Plattform für die Müritz geht an den Start

Wie können etwa Vereine gemeinnützige Projekte umsetzen, für die sie selbst nicht genügend Geld haben? Eine Möglichkeit ist das Crowdfunding mit der Plattform „99Funken”.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Über 30 Interessierte informierten sich am Freitagabend in Waren über die Möglichkeit der sogenannten Gemeinschaftsfinanzierung.
Über 30 Interessierte informierten sich am Freitagabend in Waren über die Möglichkeit der sogenannten Gemeinschaftsfinanzierung. Susann Salzmann
Seenplatte.

Ein Verein, viele Projekte, schmales Portemonnaie – was tun, wenn etwa Vereinsprojekte nicht umgesetzt werden können, weil das Geld gar nicht oder nur teilweise durch einen Mittelgeber aufgetrieben werden kann? „Crowdfunding” kann dann eine Lösung sein. Was sich hinter dem Begriff verbirgt, war nicht jedem sofort klar. Bei mehr als 30 Interessierten haben sich die Fragezeichen im Kopf bei einer Informationsveranstaltung für Kunden der Müritz-Sparkasse inzwischen aufgelöst.

Zum Konzept gehört, dass etwa Vereine oder Einrichtungen wie Kitas und Schulen über ihr anvisiertes Ziel bei der Plattform „99Funken” eine Projektseite erstellen und insbesondere über soziale Medien darüber aufmerksam machen. Aufmerksamkeit erhaschen bei potenziellen Unterstützern, die bereit sind, Geld in das Angepriesene zu investieren. Innerhalb eines festgelegten Zeitraumes von drei Monaten. Wer in dieser sogenannten Finanzierungsphase genügend Unterstützer für die selbstgesteckte Zielsumme auftreibt, bekommt das Geld hernach ausgezahlt. Wer das Ziel verfehlt, hat auch keinen Anspruch auf die bis dahin zusammen gekommene Summe. Genau im letzten Punkt besteht ein Risiko. Das sieht auch Michael Baaß aus Penzlin so.

Die Sache hat nur einen Haken

Der Zwiespalt, den er sieht: Während Crowdfunding durchaus eine intensive Online-Arbeit voraussetzt, sind die anwesenden Vertreter von Vereinen und Einrichtungen eher älteren Jahrgangs und möglicherweise nicht alle überdurchschnittlich online-affin. „So müssen wir erst einmal die jungen Leute für diese Arbeit finden”, nannte der Vorsitzende des Fördervereins der Alten Burg Penzlin eine Herausforderung. Aber: Die Schwarmfinanzierung wäre für ihn durchaus interessant. Etwa, um kostenintensivere Requisiten für Burgschauspiele zu finanzieren. „Erst letztens haben wir in fünf Rittergewänder für 1200 Euro investiert – da hätten wir Crowdfunding gut gebrauchen können”, resümierte Baaß.

Offenes Interesse an dem Projekt meldeten auch Sportvereine an. Mit dabei sind bereits zwei Warener Pilotprojekte: etwa der Warener Müritzsportclub, der damit ein Kanu für 1500 Euro finanzieren möchte. Sollte es über die Zielsumme hinaus mehr Unterstützer geben, so Vorsitzender Reimo Boese, solle mit zusätzlichen Mitteln auch das Trainingslager für Kinder und Jugendliche finanziert werden. Der SV Waren 09 möchte andererseits ein modernes Fußballkonzept umsetzen, damit aus den Kindern von heute fußballaffine Erwachsene von morgen werden. Auch hierfür sucht der Verein in Form eines Crowdfunding-Pilotprojektes Unterstützer, die Finanzmittel von 1500 Euro zur Verfügung stellen. Als „Gegenleistung” soll es für die Spender ein Dankeschön geben. So eines kann von der Spendenquittung über ein Kinderlächeln, einer Namensnennung bis hin zu einer kreativen Bastelgeschichte reichen.

Müritz-Sparkasse verdoppelt Spenden bis 500 Euro

Übrigens: Vorteilhaft für Crowdfunder ist es, wenn diese über soziale Medien bereits gut vernetzt sind. Beispiel Müritzsportclub: „Allein über unsere social-media-Kanäle oder Email-Newsletter können wir kurzfristig rund 1500 Leute erreichen”, sagte Boese. Das wären umgerechnet 1500 potenzielle Geldgeber.

Die Müritzsparkasse beteiligt sich an dem Konzept. Sind Projekte aus der Müritzregion online, verdoppelt die Sparkasse jede Spende, die zwischen 10 und 500 Euro liegt. Das Budget für 2019 ist jedoch beschränkt. In einem ersten Projektzeitraum ab Mai sowie in einem zweiten ab Oktober werden jeweils 18.000 Euro für die Crowdfunding-Plattform ausgezahlt.

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