Festival in Lärz

Das Bangen um Fusion-Genehmigung hat ein Ende!

In 22 Jahren hat sich die Fusion ihren alternativen, kulturellen Festcharakter bewahrt. Stetig stiegen allerdings die Besucherzahlen und die Unsicherheit, ob das Festival stattfinden kann. Nun fiel die Entscheidung.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Bundesweit sorgte die wackelnde Genehmigung für die Fusion für Furore.
Bundesweit sorgte die wackelnde Genehmigung für die Fusion für Furore. Simon Voigt
2
SMS
Lärz.

Trotz Streit um Polizeipräsenz, trotz immer wieder aufgetauchten Mängeln und nichterfüllten Auflagen im Sicherheitskonzept: Die Fusion 2019 findet statt! Das Amt Röbel hat am Mittwochnachmittag seine Zustimmung erteilt. Nach einer wochenlangen Wackelpartie. Nun gibt es zum zweimal überarbeiteten Sicherheitskonzept das Einvernehmen aller Fachämter, äußerte sich Marlen Siegmund vom Röbeler Ordnungsamt auf Nordkurier-Nachfrage.

Zwei Mal überarbeiteten die Fusion-Veranstalter ihr Sicherheitskonzept im Mai, damit die Großveranstaltung in jedem Fall stattfinden kann. Allerdings seien dem Veranstalter für die Fusion laut Siegmund ebenfalls Auflagen auferlegt worden. Um wie viele und welche es sich konkret handelt, sagte sie nicht. Zuletzt galt es für den Veranstalter, innerhalb von drei Tagen 31 bemängelte Punkte zu beseitigen.

So hoher Aufwand wie nie

Von Anfang an war Martin Eulenhaupt optimistisch. Der Chef des Kulturkosmos-Verein ist zugleich Mit-Organisator eines der größten Höhepunkte in der Seenplatte über das ganze Jahr. Allein 2018 zog das Fusion-Festival 70.000 Leute auf den ehemaligen Lärzer Militärflugplatz. Und von Beginn an versuchte Eulenhaupt, bei Festivalgängern keine Zweifel aufkommen zu lassen, dass die Veranstaltung in der Zeit vom 26. bis zum 30. Juni doch nicht stattfinden könnte.

Eulenhaupt betonte stets, an einem Konzept zu arbeiten, „das zur Genehmigung führen wird”. Solch einen hohen Aufwand, gestand der Fusion-Veranstalter allerdings ein, habe er in noch keinem der über zwei Jahrzehnte erlebt. Sicher, räumte er ein, müsse zwischen neuen Behördenmitarbeitern und der Fusion ein gewisses Vertrauen aufgebaut werden. Ob das Vertrauensfundament stark genug für eine künftige Zusammenarbeit ist, werde sich beim nächsten Höhepunkt – dem ebenfalls vom Kulturkosmos organisierten Theaterfestival „at.tension” – herausstellen.

Das Hickhack um eine Genehmigung für die Fusion und dem Pochen auf Einhalten strengerer Sicherheitsvorgaben wurde unter anderem mit einer generell gestiegenen Gefahrenlage begründet.

Ab sofort wird wieder an der Umsetzung gearbeitet

Eulenhaupts Organisationsteam arbeitet ab heute mit Hochdruck wieder an der Umsetzung der Festivalideen. Schließlich kümmern sich die Veranstalter um mehr als 1000 Bands und Künstler. Zwar sei durch die ganzen Diskussionen allerlei Porzellan zwischen Fusion-Machern und Behörden beziehungsweise Polizei zerbrochen, trotzdem gesteht Eulenhaupt zu: "Die letzten  Wochen haben uns nicht nur Ärger gebracht, sondern uns auch für eine bessere Selbststruktur sensibilisiert", sagte er mit Verweis darauf, dass die Mitglieder der Organisations- und Durchführungsriege des Fusion-Festivals doch eher Praktiker als Bürokraten seien. Vernachlässigt wurde nach seinen Aussagen unter anderem die Dokumentation der Abläufe und Befugnisse. Dieser Nachholbedarf wurde durch die Zusammenarbeit mit den Behörden nun offenkundig. Künftig werde man daran arbeiten, "viel mehr zu dokumentieren", erklärte Eulenhaupt.

 

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Behörden wünsche sich Martin Eulenhaupt "vertrauensbildende Maßnahmen" und - wie nach seinen Vorstellungen in den Jahren zuvor erlebt - eine "Kommunikation auf Augenhöhe. Das Jahr 2019 hält er in punkto Fusion-Organisation für ein höchst schwieriges - vor allem wegen der Polizei, "die plötzlich eine Position eingenommen hat, die sie vorher noch nie belegt hatte". Eulenhaupt spielt hier auf die noch vor Wochen geforderte mobile Polizeiwache und anlasslose Bestreifung auf dem Festivalgelände an. Ob die Polizeiforderungen als politischer Affront gegen das Festival zu werten ist - diese Ansicht behält Eulenhaupt für sich. Aktuell nähere man sich der Polizei aber wieder an. Eine anlasslose Bestreifung auf dem Festivalgelände ist aber nun auch kein Thema mehr.

 

Bis zum 26. Juni müssen die Fusion-Macher noch um die 30 Auflagen erfüllen. Die meisten davon könnten allerdings erst bescheinigt werden, nachdem bauliche Installationen angebracht worden sind oder entsprechende Nachweise wie etwa zur Wasserqualität vorlägen.

 

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet