Die B 192 soll von Waren bis zum Abzweig Kargow dreispurig ausgebaut werden.
Die B 192 soll von Waren bis zum Abzweig Kargow dreispurig ausgebaut werden. Malte Schindel
Straßenbau

Das kritisiert der Nabu am dreispurigen Ausbau der B 192

Die B 192 soll von Schmachthagen bis Ortsanfang Waren von zwei auf drei Spuren ausgebaut werden. Dafür müssen zahlreiche Bäume und ein Stück Wald weichen.
Müritzregion

Zwischen Waren und dem Abzweig Kargow soll die B 192 dreispurig ausgebaut werden. Das Straßenbauamt Neustrelitz hat dazu die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens beantragt. Laut Bekanntmachung ergaben Prüfungen, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht erforderlich sei. Umweltgruppen sind dennoch besorgt.

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Wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mitteilte, müssten dazu 38 Alleebäume und etwa 700 Quadratmeter Wald gefällt werden. Deshalb hat sich der Umweltverband mit einem Schreiben im Rahmen des Anhörungsverfahrens an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr gewandt. Der Nabu beanstandet den Ausbau, der dazu dienen soll, bessere Überholmöglichkeiten zu schaffen, wodurch die Zahl insbesondere der Wildunfälle reduziert werden soll. Dabei könne es durch die breitere Fahrbahn und höhere Geschwindigkeiten erst recht zu Unfällen mit Wildtieren kommen, da sie mehr Zeit zum Überqueren der Fahrbahn benötigen, ist der Nabu überzeugt.

Außerdem sei es erwiesen, dass bei höherem Tempo das Unfallaufkommen steige. „Der ADAC empfiehlt bei Alleestraßen höchstens ein Tempo 80“. so der Umweltverband. Hier müsse ein „gesamtgesellschaftliches Interesse sollte beachtet werden und nicht nur das einiger Raser“, hieß es in dem Schreiben, in dem vorgeschlagen wird, den Tempo-70-Bereich bis zum Schmachthägener Waldstück auszudehnen. Ein Tempolimit würde auch einen geringeren Spritverbrauch bedeuten.

Unfallkommission empfiehlt Ausbau

„Bei der Strecke handelt es sich um eine sogenannte Unfallhäufungslinie, für welche die Unfallkommission des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte einen richtliniengerechten Ausbau empfohlen hat. Es herrscht viel Verkehr auf der Straße, wodurch derzeit ein Überholdruck entsteht“, teilte der Sprecher des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr M-V André Horn mit. Auskunft zu möglichen anderen Maßnahmen, welche dem Unfallaufkommen entgegenwirken sollen, könne er nicht geben. „Das ist Gegenstand des derzeit laufenden Anhörungsverfahrens“, teilte er mit.

Außerdem spricht sich der NABU gegen die vorgesehenen Baumfällungen aus, weil die jungen nachgepflanzten Bäume im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen nicht den gleichen ökologischen Wert und Schwierigkeiten hätten, sich angesichts der Klimaerwärmung zu etablieren. Die bestehenden Bäume böten unterschiedliche Habitate für die Vogelwelt. Die Angaben diesbezüglich sei in den Unterlagen veraltet. Die Ornithologische Fachgruppe „Karl Bartels“ aus Waren habe durch regelmäßige Kartierung der Vogelwelt in diesem Bereich ein viel größeres Artenspektrum und eine viel größere Population der verschiedenen Arten feststellen können, als dies vom Planungsbüro ermittelt worden sei.

Straßenunterführungen gefordert

Durch die Baumaßnahmen könne die Vogelwelt stark beeinträchtigt und Brutstätten des Eremiten – eine seltene Käferart – beseitigt werden. Das sei nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Außerdem wären Amphibien wie Gras-, Moor- und Wasserfrosch sowie Rotbauchunke, Knoblauchkröten und weitere Lebewesen dieser Art gefährdet, weil sie kaum eine Chance hätten, die Straße lebend zu überqueren. Notwendige Straßenunterführungen fehlen. Die sollte man künftig einbauen, fordert der Nabu. Im Zuge des Ausbaus müsse auch das Stück Radweg an der Bundesstraße in Richtung Schmachthagen wegfallen.

Der Plan hat im Rahmen des Anhörungsverfahrens bis zum 23. Februar im Amt Seenlandschaft Waren und in der Stadt Waren zur allgemeinen Einsichtnahme ausgelegen. Noch bis zum Donnerstag (10. März) können Einsprüche gegen den Plan eingereicht werden, die dann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr geprüft werden.

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