Aus und vorbei
Das Müritz-Hotel schließt

Das Müritz-Hotel in Klink erlebt wohl seine letzte Saison. Anfang Januar wird der Betrieb geschlossen.
Das Müritz-Hotel in Klink erlebt wohl seine letzte Saison. Anfang Januar wird der Betrieb geschlossen.
Stephan Radtke

Das Gezerre um das Müritz-Hotel ist beendet. Die Gesellschafter haben entschieden: Jetzt ist Schluss. Nach jahrelangen Streitigkeiten mit dem Verpächter wird das Haus zugemacht. Was danach kommt? Mehr als fraglich.

„Es ist wirklich schlimm, was jetzt passiert“, sagt Hotel-Direktorin Barbara Janka-Pontzen. Tausende Verträge und Buchungen müssen im Klinker Müritz-Hotel rückabgewickelt und gekündigt werden. Anfang Januar wird der Betrieb eingestellt. Nicht etwa, weil das Geschäft nicht liefe. „Wir hatten für die nächsten zwei Jahre schon viele Buchungen, die Vorbereitungen liefen sehr gut“, sagt sie. Doch der Dauer-Streit mit der Immobiliengesellschaft, der Haus und Grundstück gehören, bedeutet jetzt das Aus für das Hotel. Und damit auch für mehr als 130 Mitarbeiter.

Die Unternehmensgruppe Avila hatte das Grundstück 2011 gekauft, war damals im ganzen Bundesland auf Einkaufstour. Immer wieder wurden große Bau- und Investitionsprojekte präsentiert, aus denen in vielen Fällen bis heute nichts wurde. Das Müritz-Hotel stand dabei immer auf der Abschussliste. Abriss und ein moderner Neubau, so der offizielle Plan. Bis heute hält Avila daran fest, doch passiert ist in den drei Jahren beinahe nichts. Immer wieder heißt es, Konzepte seien noch in der Bearbeitung. Gleichzeitig wurden die Betreiber des Müritz-Hotels unter Druck gesetzt. Zuletzt hatte Avila verkündet es werde keinen neuen Pachtvertrag geben. Für die Gesellschafter kam diese Nachricht aus heiterem Himmel. Nun haben sie nachgegeben.

Unklar, was aus dem Gelände wird

Vor zwei Wochen hat der Geschäftsführer des Müritz Hotel GmbH in Berlin die Entscheidung getroffen, sagt Janka-Pontzen. Zwei Tage später hat er persönlich die Belegschaft informiert. Für den Fall der Fälle wurde schon 2012 ein gültiger Sozialplan erstellt. Sie bedauert die Schließung nicht nur wegen der Mitarbeiter: „Wir haben hier etwas aufgebaut, dass für die ganze Region Bedeutung hat.“ Nicht nur die Schließung der Schwimmhalle werde ein Problem. Hunderttausende Gäste hätten jedes Jahr Umsatz in die Region gebracht.

Was aus dem Gelände wird, ist völlig offen. Avila hält an den Neubauplänen fest. Doch ein klares Konzept wurde nicht vorgestellt. Für das Gelände fehlen zahlreiche juristische Voraussetzungen, um bauen zu können. „Unser Vertrag mit Avila sah vor, dass einige Nebengebäude bereits abgerissen werden können, während unser Betrieb weiter geht“, sagt Janka-Pontzen. Auch das ist bis heute nicht geschehen.