Brief an Bundespräsidenten

Das sagt Warens Bürgermeister zum Corona-Brief vom Pastor

Der Pastoren-Brief von Marcus Wenzel an den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier beschäftigt auch Warens Bürgermeister Norbert Möller.
Auch Norbert Möller (SPD) hat der Brandbrief überrascht.
Auch Norbert Möller (SPD) hat der Brandbrief überrascht. Ingmar Nehls
Waren

Nachdem sich schon der Kirchenkreis kritisch zu den Impf-Aussagen des Warener Pastors Marcus Wenzel geäußert hat, legt nun auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) nach. Zur Erinnerung: Der Pastor der St. Mariengemeinde hat einen Brief an den Bundespräsidenten geschrieben, in dem er Frank-Walter Steinmeier dazu auffordert, dass Steinmeier das neue Infektionsschutzgesetz aufhalten und die Zustimmung verweigern solle.

Mehr zum Thema: Kirche sauer über Corona-Brandbrief vom Pastor

In dem dreiseitigen Brief, der dem Nordkurier vorliegt, geht Wenzel hart ins Gericht mit Politik und Medien und benutzt Vergleiche zum Dritten Reich und zur DDR, um seine Kritik an der Demokratie zu verdeutlichen. Die Aufmerksamkeit, die dieser Brief, der auch in den sozialen Netzwerken umhergeht, in Waren und darüber hinaus bekommen hat, bewegte auch Warens Bürgermeister dazu, sich öffentlich in einem Statement zu äußern.

Bürgermeister zweimal geimpft

In den fünf Jahren, die Marcus Wenzel als Pastor der Kirchgemeinde St. Marien inWaren tätig sei, habe Möller ihn achten und schätzen gelernt. Grundsätzlich teile Möller die Auffassung von Pastor Wenzel zu Coronaimpfungen aber nicht. „Ich bin selber bereits zweimal geimpft und habe demnächst einen Termin bei meinem Hausarzt für die dritte Impfung. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt in der Corona-Pandemie Bedenken zum Impfen und kann auch aus heutiger Sicht feststellen, dass ich bisher gesund durch die Pandemie gekommen bin”, schreibt Möller.

[Pinpoll]

Die Äußerungen von Marcus Wenzel zur Meinungsfreiheit und zur Akzeptanz anderer Meinungen könne er nachvollziehen und teilen. Es sei für Möller im Sinne eines demokratischen Miteinanders auch völlig akzeptabel gewesen, was Marcus Wenzel in seiner Rede zum Volkstrauertag im Rahmen der öffentlichen Feierstunde zum Ausdruck bringen wollte, zumal seine Worte auch einen Bezug zum Volkstrauertag gehabt hätten.

Vertrauen in Medizin und Wissenschaft

„Für mich geht es bei der gesamten Debatte um das Impfen oder Nichtimpfen nicht in erster Linie um eine Wertung der einen oder anderen Meinung oder Haltung. Für mich geht es um den schnellst möglichsten Weg aus dieser Pandemie, damit wir so bald wie möglich wieder zurückkommen zu unserem normalen Leben vor der Pandemie. Das geht aus meiner Sicht nur durch eine möglichst hohe Impfquote in unserer Bevölkerung”, meint Möller.

[Pinpoll]

Dabei vertraue er auf die demokratisch gewählten Vertreter in der Bundesrepublik und den Fachkräften in der Medizin und Wissenschaft. „Wenn Pastor Wenzel dazu eine andere Auffassung hat, akzeptiere ich das, muss es aber dennoch im Sinne des demokratischen Miteinanders nicht teilen“, sagt Möller.

Made with Flourish

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Waren

zur Homepage