EINE BESONDERE SCHENKUNG

Das Stadtmuseum macht Platz für das Modell der verschollenen Mühle

Viele Kapazitäten hat das Stadtgeschichtliche Museum in Waren nicht mehr, um neue Stücke zu präsentieren. Für ein besonders großes wurde nun aber doch noch ein Plätzchen gefunden. Aus gutem Grund.
Über drei Meter ist das Modell hoch, das seit neuestem im Stadtgeschichtlichen Museum in Waren zu bewundern ist. Museumsleiter Jürgen Kniesz freut sich sehr über diese Schenkung.
Über drei Meter ist das Modell hoch, das seit neuestem im Stadtgeschichtlichen Museum in Waren zu bewundern ist. Museumsleiter Jürgen Kniesz freut sich sehr über diese Schenkung. Petra Konermann
Waren.

Eine komplette Windmühle passt selbst in ein Rathaus. Davon können sich Besucher des Stadtgeschichtlichen Museums in Waren jetzt überzeugen. Dort hat ein etwa 3,50 Meter großes Mühlenmodell Einzug gehalten, das an Warens Vergangenheit als Mühlenstadt erinnern soll.

„In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat es hier bis zu zehn Windmühlen gegeben“, berichtete Museumsleiter Jürgen Kniesz. Die Orte, an denen sie standen, lassen sich noch heute benennen: Am Kietz gab es eine Mühle, natürlich auf dem Mühlenberg, auch auf dem Papenberg.

Als die Industrialisierung Einzug hielt, zum Beispiel durch eine Dampfmühle am Hafen, war das eine „tödliche Konkurrenz“, so Kniesz, und die Windmühlen verschwanden aus dem Stadtbild. Geblieben sind bis heute Namen wie Mühlenberg oder Windmühlenweg, die an die Geschichte Warens als Mühlenstadt erinnern.

Nach Originalplänen gebaut

Gebaut hat das voll funktionsfähige Mühlenmodell Manfred Schönrock aus Freest bei Wolgast, der sich auf den Nachbau von Mühlen im kleineren Maßstab spezialisiert hat. Er hat dem Warener Museum das Modell, das er nach den Originalplänen einer Bockwindmühle aus Pommern komplett aus Holz gefertigt hat, als Schenkung überlassen.

Diese Mühle wurde 1935 in Pommern abmontiert und in Berlin als Ausstellungsstück am Funkturm wieder aufgebaut. Im Jahr 1939 wurde die Mühle aber wieder abgebaut und gilt seitdem als verschollen. Aber die Baupläne, nach denen die Mühle auf- und wieder abgebaut wurde, sind erhalten geblieben – eine Vorlage, nach denen Modellbauer Schönrock die Mühle maßstabsgetreu bauen konnte.

Stadtwerke mussten helfen

Um sie dann in die obere Etage des Stadtgeschichtlichen Museums im Historischen Rathaus zu schaffen, musste Hilfe anrücken: Mitarbeiter der Stadtwerke Waren haben beim Transport und beim Aufbau des Modells geholfen.

Übrigens ist das voll funktionsfähig. Die Mühlenflügel werden aber natürlich nicht durch Wind angetrieben, sondern mit Strom. „Zu besonderen Anlässen werden wir die Flügel auch mal anwerfen“, versprach Museumsleiter Jürgen Kniesz.

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