JURY HAT ENTSCHIEDEN

Das wird das Wendedenkmal

Eigentlich sollte die Entscheidung erst am 16. Oktober verkündet werden. Doch nun ist schon früher durchgesickert, welches Kunstwerk gewonnen hat.
So sieht der Entwurf aus, für den sich die Jury entschieden hat.
So sieht der Entwurf aus, für den sich die Jury entschieden hat. Privat
Waren.

Der Künstlerentwurf „Perspektiven zur Freiheit“ wird das Wendedenkmal in Waren. Zehn Künstler hatten ihre Ideen für den Wettbewerb eingereicht. Das Erinnerungszeichen für 30 Jahre Friedliche Revolution soll vor der Warener Georgenkirche aufgestellt werden.

Dem Ort, wo am 16. Oktober 1989 der erste Demonstrationszug im Norden der DDR seinen Ausgangspunkt hatte. Noch vor den großen Städten machten sich nach dem Fürbittgottesdienst in der St. Georgen Kirche 400 mutige Menschen mit Kerzen in den Händen auf, um den öffentlichen Raum für sich zu beanspruchen. Als Anerkennung der historischer Bedeutung hatte der Landtag beschlossen, Waren zum zentralen Gedächtnisort des Landes für die Friedliche Revolution 1989 zu ernennen.

Bei der Nordkurier-Umfrage hatte der Entwurf die zweitmeisten Stimmen erhalten:

 

 

 

Das Kunstwerk soll aber über die Ereignisse vor Ort hinaus weisen und an die Friedliche Revolution im gesamten Bundesland erinnern. Darum wurden die Entwürfe landesweit in 16 Städten ausgestellt. Viele Leser meldeten sich beim Nordkurier, um sich für ihren Favoriten auszusprechen. Auch das Voting auf der Internetseite wurde eifrig genutzt. 632 Stimmen wurden abgegeben. Den größten Zuspruch bekam der Entwurf „Was bleibt“.

Viele Aktionen am 16. Oktober

Die Jury tagte bereits am 23. September. Mit dabei waren die Warener Norbert Möller und Andreas Handy. Darüber hinaus durften die Künstler Berndt Wilde und Bernd Engler, Dr. Jörg-Uwe Neumann, Direktor der Kunsthalle Rostock, die Kunsthistorikerinnen Annekatrin Siems und Dr. Leonie Beiersdorf, Florian Mausbach als ehemaliger Leiter des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung und ein Vertreter des Landtags mit entscheiden.

Der Sieger-Entwurf wird beim großen Festakt am 16. Oktober präsentiert. Den Rahmen des Festtags soll eine öffentliche Veranstaltung auf dem Neuen Markt mit Gesprächsrunden, Mitmachangeboten und speziellen Aktionen ab 16 Uhr bieten. Um 17 Uhr beginnt ein Ökumenischer Gottesdienst in der St. Georgen Kirche, den die katholische und die beiden großen evangelischen Kirchgemeinden der Stadt gestalten. Von dort ziehen die Teilnehmer um etwa 17.45 Uhr mit Kerzen gemeinsam auf den Neuen Markt, wo die Lichter zentral abgestellt werden. Um 18.30 Uhr beginnt der Festakt in der Marienkirche, der vom Landtag gestaltet wird. Gegen 19.40 Uhr beginnt die Abschlussveranstaltung auf dem Neuen Markt.

Öffentlichen Raum erobern

Durch die ausgelaserte Schrift der rechteckigen Tafeln kann das Sonnenlicht hindurch brechen. Hebt man den Blick, sieht man die Parolen der Friedlichen Revolution vor den vorbeiziehenden Wolken. Scheint die Sonne, entsteht ein Schattenwurf auf der Bodenfläche, der einzelne Parolen erkennen lässt. Die Schatten wandern mit der Sonne, bewegen sich durch den öffentlichen Raum und erobern sich Bereiche, die außerhalb der Wettbewerbsfläche liegen, so wie sich auch die Protestierenden schrittweise den öffentlichen Raum zu eigen gemacht haben. So stellt es sich der Künstler vor, der den Entwurf „Perspektiven zur Freiheit“ für den Wettbewerb eingereicht hat. Auf dem Vorplatz der St.-Georgen-Kirche könnte eine Installation aus Tafeln mit Parolen der Friedlichen Revolution errichtet werden. In horizontaler Anordnung und unterschiedlichen Höhen bilden diese Metallplatten das luftige Dach einer pavillonähnlichen Struktur. Anwohner und Besucher können sich durch diese Skulptur hindurch bewegen, im Schatten der Banner verweilen und auf integrierten Sitzen Platz nehmen. Zur weiterführenden Information könnten auch QR-Codes an den Unterseiten der Tafeln angebracht werden, die eine Anbindung zu einem angegliederten Online-Angebot bieten.

 

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Waren

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Kommentare (1)

... das wirkliche Denkmal sollte aus Mauern und Zeichen der Trennung, der Gewalt (Man bedenke die vielen Opfer der Flucht usw) bestehen.+

Keines der Denkmal Angebote entsprechen dem, was nach 1945, 1949, 1961 usw. geschehen ist!

Ich bin zwar erst 1980 zur Welt gekommen. Aber, ich kenne viele Geschichten. Ich sage, keine der dargestellten Objekte zeigen die Wahrheit, den Zweifel usw. der DDR Geschichte! Keines der Objekte zeigen das echte Mahnmal, die echte Geschichte der DDR.

Und, wenn wir schon dabei sind: Warum wurde das nicht in meiner Heimatstadt, Pasewalk zur Auswahl angeboten?

Weitere Worte enthalte ich mich einmal, ein 1980 geborener Mensch darf hier ja nichts mehr sagen....