DEMONSTRATION IN SCHWERIN

Landtag lehnt Antrag auf Erhalt der Südbahn ab

Die Landtagsabgeordneten in Schwerin wurden auf dem Weg zur ihrer Sitzung von Demonstranten empfangen. Die protestieren für eine längere Südbahn-Strecke. Ohne schnellen Erfolg
Vor dem Schweriner Landtag haben am Freitagmorgen Demonstranten für den Erhalt der Südbahn gekämpft.
Vor dem Schweriner Landtag haben am Freitagmorgen Demonstranten für den Erhalt der Südbahn gekämpft. privat
Malchow.

Mit einer Demonstration vor dem Schweriner Landtag kämpften am Freitag-Morgen Mitglieder von Bürgerinitiativen und Parteien für den Erhalt der Südbahn. Sie wollten damit den Dringlichkeitsantrag der Linke-Fraktion unterstützen, der am Freitag behandelt wurde. Der drohende Abriss der Bahntrassen zwischen Parchim und Malchow sowie zwischen Plau am See und Güstrow soll so verhindert werden.

Mit dem Antrag der Linken sollte die Landesregierung aufgefordert werden, den regulären Bahnbetrieb auf der Strecke der Südbahn zwischen Parchim und Malchow schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Der Infrastruktur-Betreiber Regio Infra GmbH & Co.KG im brandenburgischen Putlitz hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Trassen Parchim-Malchow und Plau am See-Güstrow über ein Stilllegungsverfahren aufgeben zu wollen. Genützt hatte die Demo nichts: der Antrag der Opposition wurde abgelehnt.

Pegel: Verbindung über Busse reicht

Die Chance, dass dieser Antrag der Linken eine Mehrheit im Landtag finden würde, standen nach Meinung des Malchowers Joachim Stein (Grüne) ohnehin schlecht. Er selbst hatte sich mit rund 60 anderen Demonstranten aus Malchow, Plau, Lübz und Parchim auf den Weg nach Schwerin gemacht. „Verkehrsminister Pegel hat zwar das Gespräch mit uns Demonstranten gesucht, aber dabei auch deutlich gemacht, dass durch eine Buslinie für eine Anbindung Malchows in Richtung Plau gesorgt sei”, so Stein gegenüber dem Nordkurier. Er befürchtet, dass mit dem drohenden Aus der Strecke in Richtung Plau und Parchim auch das Aus der noch befahrenen Strecke zwischen Waren und Malchow drohen könne.

Das sieht die Linke ähnlich. „Mit der Ablehnung der unverzüglichen Aufnahme von Verhandlungen zur Abwendung von Stilllegungsanträgen für die Bahnstrecken Parchim-Malchow und Plau am See - Güstrow leisten SPD und CDU aktive Sterbehilfe für die Südbahn. Mit der Einstellung des Nahverkehrs auf dem Teilstück Parchim-Malchow begann das Sterben auf Raten. Für das Teilstück Malchow-Waren schob das Land die Verantwortung auf den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ab“, sagte Mignon Schwenke, Sprecherin der Linksfraktion. „In keinem anderen Bundesland ist das Bahnangebot so schlecht wie in MV und wird eine eindeutig gegen die Bahn gerichtete Verkehrspolitik betrieben“, kritisierte sie. Statt die Bahn fahren zu lassen, würde eine viertel Milliarde Euro im Sondervermögen gehortet. Dabei sei nur eine Million Euro im Jahr nötig, um die beiden Bahnstrecken zu retten und ein innovatives Bahn-Bus-Rufbus-Konzept umzusetzen.

Ein Saisonverkehr rollt dennoch auch dieses Jahr.

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