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Der Energie-Botschafter von Bollewick

Mehrmals täglich halten die Busse, um Besucherscharen abzusetzen. Künftig spielt die Energiewende auch in der Regionalausstellung der Scheune eine größere Rolle.
Mehrmals täglich halten die Busse, um Besucherscharen abzusetzen. Künftig spielt die Energiewende auch in der Regionalausstellung der Scheune eine größere Rolle.
Elke Enders

Was hat Angela Merkel mit der Gemeinde Bollewick zu tun? Und warum wird in der Feldsteinscheune umgebaut? Auf diese und andere Fragen gibt Bürgermeister Bertold Meyer Antworten.

Die Gemeinde Bollewick will den Energiegedanken noch weiter hinaus tragen. Und was bietet sich besser an, als einen Raum in der Feldsteinscheune dafür herzurichten? Sie ist Aushängeschild der Gemeinde. So biete es sich an, einen Raum von der Regionalausstellung im ersten Stockwerk abzuknapsen und für das Thema Energie, das im Bio-Energiedorf Bollewick einen immer größeren Stellenwert einnimmt, zu nutzen, wie Bürgermeister Bertold Meyer (parteilos) jetzt erklärte. Dabei soll es speziell um die Veränderungen im Landschaftsbild gehen, die mit der gelebten Energiewende einhergehen. Muss die Unabhängigkeit von Öl und Gas zwangsläufig einen vermehrten Maisanbau bedeuten? Sind Windparks Fluch oder Segen? Wie steht es um die Solarenergie?  

„Frische Luft statt trockener Theorie“, heißt das Motto, das auch eine öffentliche Diskussion in der Region in Gang bringen soll. Dabei wolle man möglichst schon in Schulen und Jugendherbergen anfangen, für das Thema zu sensibilisieren. Zudem könnten interessierte Privatpersonen oder Fachleute, die auf einen Austausch bedacht sind, in Bollewick eine Anlaufstelle finden und von den Erfahrungen etwa bei der Abwärmenutzung der örtlichen Biogas-Anlagen hören. Denn das Nahwärmenetz liegt hier direkt vor den Haustüren. Über 50 Haushalte sowie öffentliche Gebäude werden daraus versorgt.

Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf Bollewick schon aufmerksam geworden. Sie hat den ortsansässigen Landwirt Henk van der Ham zu ihrem Energie-Botschafter berufen. Er betreibt eine der Biogas-Anlagen, aus der die Haushalte Bollewicks ihre Wärme beziehen. „Das Bundespresseamt rief an und fragte nach“, schildert der Bürgermeister, wie es zu der Zusammenarbeit kam. Aufmerksam geworden war die Regierung durch den vom Bundesumweltministerium ausgelobten Klimaschutzpreis, den Bollewick 2011 einheimste. Er war mit 20 000 Euro dotiert. Ein Teil des Geldes soll nun in die Gestaltung des Raumes in der Scheune fließen – damit die Energiewende (be)greifbar wird.