Vogelzug
Der Storch ist da! Der Frühling auch?

Wieder da: Der Storchenmann ist am Donnerstag in Lansen gelandet.
Wieder da: Der Storchenmann ist am Donnerstag in Lansen gelandet.
Hans-Dieter Graf

Nördlich von Waren wurde wieder der erste Storch gesichtet, der 2018 in der Region gelandet ist. Nun heißt es warten – und zwar auf seine bessere Hälfte.

Auf den Lansener Storch ist Verlass. Das Männchen ist, wie schon in den Jahren zuvor, der allererste Storch, der hier in der Region landet. Punkt 16.40 Uhr setzte der Storch am Donnerstag in seinem Lansener Horst auf. Hans-Dieter Graf, Storchenbetreuer im Gebiet des Altkreises Waren, wurde sofort informiert. „Ich bin natürlich gleich losgefahren, um Fotos zu machen”, sagte der Warener. Dass es sich bei dem Storch um einen alten Bekannten handelt, das ist an der Beringung des Tieres zu erkennen. Die bekam er 2003 im Naturzoo in Rheine (Nordrhein-Westfalen). Der Ring macht auch deutlich, dass dieser Lansener Storch der älteste ist, der immer im Sommer in die Warener Region kommt. „Alle anderen Tier sind laut Beringung jünger”, sagt Hans-Dieter Graf.

Er hat auch eine Erklärung dafür, warum der Lansener Storch immer als erstes in der Warener Region landet: Das Tier überwintert Jahr für Jahr in Spanien und hat daher eine kürzere Anreise als seine Storchen-Kollegen, die Afrika als Winterquartier bevorzugen. Und noch etwas ist Hans-Dieter Graf aufgefallen: Der Lansener Storch reist immer mit blitzsauberem Gefieder in seine Sommer-Heimat ein. Warum? Vielleicht weil er sich, anders als seine „Kollegen” aus Afrika, unterwegs nicht auf Müllkippen niederlassen muss, um Nahrung zu finden.

Apropos Nahrung. An der mangelt es in rund um Lansen trotzt des kalten Wetters nicht. „Die Wiesen sind feucht, es gibt dort viele Regenwürmer. Das Nahrungsangebot ist gut, auch wenn es noch vereinzelt Schnee gibt”, erklärt Hans-Dieter Graf. Er – und mit ihm sicher auch die Einwohner von Lansen – warten nun darauf, dass Frau Weißstorch ins Nest kommt, damit bald die neue Generation Lansener Störche ausgebrütet werden kann.

„Ich hoffe sehr, dass 2018 ein besseres Storchenjahr wird als 2017”, so Graf. Damals starben viele Jungstörche wegen des nassen und kalten Wetters. Für Weißstorchbetreuer Graf ist mit der Ankunft des ersten Tiers auch klar: „Jetzt wird es Frühling.”