WETTBEWERB

Die beste Nachwuchs-Bäckerin kommt von der Müritz

Am Wochenende fährt Johanna Rhode zum Bundeswettbewerb nach Bielefeld. Das wird für die Landessiegerin aber kein Zuckerschlecken.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Als beste frisch ausgelernte Konditorin des Landes vertritt Johanna Rohde MV beim Bundeswettbewerb an diesem Wochenende.
Als beste frisch ausgelernte Konditorin des Landes vertritt Johanna Rohde MV beim Bundeswettbewerb an diesem Wochenende. Ingmar Nehls
Das alles musste Johanna Rhode bei den Landesmeisterschaften auf den Tisch zaubern – innerhalb von drei Stunden.
Das alles musste Johanna Rhode bei den Landesmeisterschaften auf den Tisch zaubern – innerhalb von drei Stunden. Mecklenburger Backstuben
Waren.

Wer das Rezept für Erfolg wissen möchte, muss nur Johanna Rhode fragen. Die junge Frau von den Mecklenburger Backstuben aus Waren ist die beste Nachwuchskonditorin des Landes und kennt die Zutaten. „Für die filigranen Sachen braucht man viel Feingefühl und natürlich eine große Portion Leidenschaft“, sagt die frisch ausgelernte Konditorin. Wer die Ausbildung meistern möchte, muss auch viel Wissen pauken. Das würden viele Leute unterschätzen, sagt Johanna Rhode.

Ende August schloss die frisch gebackene Konditorin ihre Gesellenprüfung mit einem sehr guten Ergebnis ab und löste damit ihr Ticket für den Landeswettbewerb der Handwerkskammer in Schwerin. Dort musste sie sich gegen eine einzige Mitbewerberin durchsetzen. „Das liegt daran, dass mehr als die Hälfte der Auszubildenden im Land frühzeitig abbrechen“, sagt Johanna Rhode.

Konditoren-Duell war kein Spaziergang

Ein Spaziergang war das Duell aber nicht, denn schließlich geht es bei solchen Wettbewerben vor allem darum, die hohen Erwartungen der Jury zu erfüllen. Zehn Stunden hatte Johanna Rhode Zeit, das Thema „Ich höre das Gras wachsen“ umzusetzen. Das klingt zunächst nicht so sportlich. Wenn man aber weiß, dass die jungen Konditoren drei Sorten Pralinen, drei Sorten Süße Fours, zwei identische Torten, zwei Marzipanfiguren à vier Stück und ein Schaustück aus Zucker, Schokolade oder Krokant fertigen müssen, relativiert sich die Zeit sehr schnell. Bewertet werden Schwierigkeit, Kreativität und die Umsetzung. „Es darf keine Füllung doppelt verwendet werden und alles muss geschmacklich auf die Torten abgestimmt sein“, erklärt Johanna Rhode.

Entsprechend lange dauert die Vorbereitung, um eine meisterliche Geschmackspartitur, die zudem noch ein Hingucker sein sollte, zu entwickeln. „Ich habe während der Arbeitszeit Gelegenheit bekommen, mich vorzubereiten“, sagt Johanna Rhode. Für die Mecklenburger Backstuben ist es auch ein Novum, dass eine Nachwuchskonditorin aus den eigenen Reihen zum Bundeswettbewerb reist. „Wir sind sehr stolz“, sagt Marketingleiterin Dr. Susanne Curth.

Ausbilderin für junge Konditoren

Nach Bielefeld, wo der Bundeswettbewerb am Wochenende stattfinden wird, reist Johanna Rhode nicht allein. Als Coach kommt ihre Ausbilderin Monika Claußen mit. Die darf zwar nicht eingreifen, aber Tipps von der Seitenlinie geben. Was das Abschneiden angeht, hält sich Johanna Rhode bedeckt und zeigt norddeutsche Gelassenheit. „Ich möchte Mc Pomm gut vertreten“, sagt sie. Natürlich hat sich die Landessiegerin über die Konkurrenz schlau gemacht und weiß, welche Bedeutung der Wettbewerb in einigen Bundesländern hat. „Manche Teilnehmer engagieren sogar Weltmeister als Coaches“, sagt Johanna Rhode.

Während die Konkurrenz in den sozialen Netzwerken schon siegessicher Fotos von den süßen Verführungen postet, mit denen sie antreten wollen, macht Johanna Rhode ein Geheimnis daraus. Das Thema wird das gleiche sein wie beim Landeswettbewerb. Wenn der gemeistert ist, möchte Johanna Rhode einen Ausbilderschein machen. Denn ihr Ziel ist es, Monika Claußen abzulösen, wenn sie in Rente geht. „Ich fühle mich hier wohl und möchte gern in Waren und im Unternehmen bleiben. Vielleicht kann ich den nächsten Auszubildenden bis zum Bundeswettbewerb führen“, sagt die ehrgeizige Konditorin.

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