Die Wanderausstellung hat Platz im Festsaal gefunden.
Die Wanderausstellung hat Platz im Festsaal gefunden. Miriam Brümmer
Torsten Heinrichs ist Vorsitzender vom Förderverein des Luftfahrttechnischen Museum, der Leiter des „Militärhi
Torsten Heinrichs ist Vorsitzender vom Förderverein des Luftfahrttechnischen Museum, der Leiter des „Militärhistorischen Museum“ Oberstleutnant Ralf-Gunter Leonhardt und Siegfried Bialek Vorsitzender Luftfahrttechnisches Museum Rechlin e.V. Miriam Brümmer
Der Begriff Lametta stammt aus der Fliegersprache. Wofür es dort eingesetzt wurde, erfahren die Besucher der Wanderausste
Der Begriff Lametta stammt aus der Fliegersprache. Wofür es dort eingesetzt wurde, erfahren die Besucher der Wanderausstellung in Rechlin Miriam Brümmer
Luftwaffe

Die Sprache des Krieges - was hinter dem Wort Booster steckt

Wer glaubt, der Begriff Booster sei erst mit der Corona-Impfung aufgekommen, der irrt sich. In der Müritz-Region zeigt eine besondere Ausstellung, wie Militär und Krieg unsere Sprache beeinflusst haben.
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Auslöser für die Ausstellung war ein Foto der Stadt Rotterdam bei ihrer ersten Bombardierung, „bei bestem blauen Himmel“. Das sogenannte Bombenwetter hat sich in der deutschen Sprache bis heute gehalten. „Es gibt so viele Wörter und Redewendungen, die etwas mit dem Militär zu tun und ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben“, dass es an der Zeit ist, sich intensiver mit diesem Sprachgebrauch auseinander zu setzten, sagte Oberstleutnant Ralf-Gunter Leonhardt, der Leiter des „Militärhistorischen Museum“ (MHM) Berlin-Gatow.

Dort war die Sonderausstellung „Bombenwetter! Luftkrieg und Sprache“ als Ergebnis dieser Auseinandersetzung bisher zu sehen, die nun in Rechlin eröffnet wurde. In der Ausstellung wird der heutige Gebrauch augenscheinlich harmloser Begriffe und ihre ursprüngliche, oft fürchterliche Bedeutung gegenübergestellt.

„Wir sind die Ersten, die diese Ausstellung nach dem MHM bekommen“ ist der Vorsitzende des Fördervereins Torsten Heinrichs stolz, weil Rechlin gemeinsam mit dem MHM an der Konzeption für eine Wanderausstellung mitgearbeitet habe. Erst nach dem Museumsfest Ende Juli geht sie zum Deutschen Museum nach München. „Da haben wir Wert draufgelegt,“, sagte Torsten Heinrichs.

Auch der „Booster“ hat seinen Ursprung im Militär

Bei der Ausstellung geht es weniger um Militärhistorie, sondern mehr um den Sprachgebrauch, in dem heute Begriffe aus der Fliegersprache zwanglos verwendet werden. Das aktuell vermutlich gebräuchlichste Wort der Fliegersprache ist „Booster“ im Zusammenhang mit den Auffrischungsimpfungen im Kampf gegen Corona.

Davor wurde es oft in der Kosmetik unter anderem als Wimpern- oder Anti-Falten-Booster im Kampf gegen Alterungserscheinungen der Haut und für die Schönheit genutzt. Es gibt „Immun-Booster“ zur Stärkung der Abwehr. Selbst Energy-Getränke gegen Müdigkeit tragen diesen Namen. Das Wort Booster stammt aus dem Englischen und wird mit „Verstärker“ übersetzt. In der militärischen Luftfahrt galt der Booster als Starthilfsrakete, die in den 1950er und 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte.

Auch „Blockbuster” und „Deadline” dabei

Weitere häufig genutzte Worte, von denen kaum vorstellbar ist, dass sie aus der Fliegersprache stammen, sind beispielsweise der Blockbuster als Bezeichnung für erfolgreiche Kinofilmproduktionen oder die einen Abgabezeitpunkt benennende Deadline. Viele der heute positiv besetzten Begriffe haben einen grausamen Ursprung. Die Feststellung: „Früher war mehr Lametta“ von Opa Hoppenstedt aus Loriots bekanntem Sketch „Weihnachten bei Hoppenstedts“ wird noch heute gerade zur Weihnachtszeit viel zitiert.

Welche ursprüngliche Bedeutung der Begriff neben üppigem Weihnachtsbaumschmuck und den prunkvollen Orden an einer Uniform hat, zeigt die Ausstellung. Diese ist noch bis zum Museumsfest am 30. und 31. Juli in Rechlin zu sehen, die nicht nur für Freunde der Militärgeschichte interessant sein dürfte. Sie befindet sich im Festsaal. Die Sonderausstellung auch in Rechlin zu zeigen, war nur möglich, weil der Festsaal nach 22 Jahren Museumsgeschichte nach Vorstandsbeschluss nicht mehr vermietet wird.

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