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Die Südbahn und der Glaube an ein Wunder

Monika Göpper und ihre Mitstreiter glauben weiter an ein Wunder.
Monika Göpper und ihre Mitstreiter glauben weiter an ein Wunder.
Carsten Schönebeck

Aufgeben? Nein! Die Bürgerinitiative "Pro Schiene" kämpft weiter für den Erhalt der Strecke zwischen Malchow und Parchim. Am Freitag wird es wieder eine Mahnwache geben.

Wunderkerzen sollen brennen. Und das nicht nur auf dem Bahnhof in Malchow. „Die Bürgerinitiative glaubt an ein Wunder“ setzen die Mitglieder von „Pro Schiene“ damit das Motto für die vorerst letzte Mahnwache zum Erhalt der Südbahn. Am kommenden Freitag findet sie statt, quasi für den Zug, der um 17.06 Uhr aus Neustrelitz fährt. In Waren ist er 17.30, in Jabel 17.43 Uhr, in Malchow dann um 18 Uhr. Die Mitglieder der Bürgerinitiative rufen auf, dass sich an allen Bahnhöfen viele Menschen mit Wunderkerzen an dieser Mahnwache beteiligen.

Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember ist bekanntlich das Aus für den Streckenabschnitt zwischen Malchow und Parchim angekündigt, in ihrem Protest gegen diese Entscheidung lässt die Bürgerinitiative aber nicht nach. „Dass wir uns weiter abwickeln lassen, ist ganz schrecklich“, sagt Monika Göpper, Sprecherin des Bündnisses. Schon vor zwei Jahren habe es den ersten Kahlschlag gegeben, da wurden Züge eingespart. Gerade der 10-Uhr-Zug fehle spürbar, denn damit seien viele zu Tagesausflügen nach Warnemünde gestartet.

Nicht nur Urlauber, auch der Bürger ist wichtig

Die negativen Folgen für den Tourismus machen die Mitglieder der Bürgerinitiative auch jetzt immer wieder deutlich. Nach der Abkopplung der Strecke sollen Reisende in den Bus umsteigen, damit verlängern sich aber die Reisezeiten enorm. „Der Bus ist keine Lösung“, heißt es seitens der Bürgerinitiative. „Wir verlieren aber nicht nur Urlauber, wir wollen auch selbst hier leben. Unsere Kinder können dann jedoch nicht mal mehr nach Waren ins Kino fahren“, kritisiert Monika Göpper.

„Die Bürgerinitiative glaubt an ein Wunder“, das bedeutet für sie den gesamten Erhalt der Südbahn. „Die Regierung muss endlich lernen, dass sie für die Menschen da ist und nicht wir für die Regierung. Das Land ist hier in der Pflicht und muss den Bürgern gegenüber gerecht werden“, sagt Monika Göpper.

Am Dienstag in Schwerin trugen Mitglieder von „Pro Schiene“ noch einmal ihre Argumente vor. Die Linksfraktion und die Bündnisgrünen stellten sich hinter die Bürgerinitiative. Letztere fordern den Verkehrsminister auf, „sich jetzt endlich zur Südbahnstrecke zu bekennen und in den Verhandlungen mit den Landkreisen eine Entscheidung zum Erhalt der Zugverbindung zu treffen“.