MUSIK-ZETTEL-QUIZ

Dieser DJ bekommt die lustigsten Party-Nachrichten

DJ Dr. Music bekommt oft Zettel mit Musikwünschen zugesteckt, die nicht einfach zu entziffern sind. Die kuriosesten hat er gesammelt. Hätten Sie’s erkannt?
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Seit 1988 legt Thomas Mittelstädt schon als DJ auf. Fotos: privat
Seit 1988 legt Thomas Mittelstädt schon als DJ auf. Fotos: privat
Sind die Frauen weg, muss der DJ für Stimmung sorgen.
Sind die Frauen weg, muss der DJ für Stimmung sorgen. Thomas Mittelstädt
„Wegen Weihnachten” ist klar. Aber dieser Bonus …?
„Wegen Weihnachten” ist klar. Aber dieser Bonus …? Thomas Mittelstädt
Sehr charmant.
Sehr charmant. Thomas Mittelstädt
Auch subtil formulierte Kritik muss sich der DJ ab und an gefallen lassen.
Auch subtil formulierte Kritik muss sich der DJ ab und an gefallen lassen. Thomas Mittelstädt
„Schreiben nach Gehör” hat sich hier längst durchgesetzt.
„Schreiben nach Gehör” hat sich hier längst durchgesetzt. Thomas Mittelstädt
Da freut sich der Musikunterhalter.
Da freut sich der Musikunterhalter. Thomas Mittelstädt
Wopagangnamsteil.
Wopagangnamsteil. Thomas Mittelstädt
Wir möchten lösen: „My head is a jungle”.
Wir möchten lösen: „My head is a jungle”. Thomas Mittelstädt
Das war jetzt einfach.
Das war jetzt einfach. Thomas Mittelstädt
Das Musik-Prinzip „Hauptsache was zum Tippen” hat schon etliche Partys gerettet.
Das Musik-Prinzip „Hauptsache was zum Tippen” hat schon etliche Partys gerettet. Thomas Mittelstädt
Nah dran.
Nah dran. Thomas Mittelstädt
Wir können uns nicht zwischen Niederländisch und Promillisch entscheiden …
Wir können uns nicht zwischen Niederländisch und Promillisch entscheiden … Thomas Mittelstädt
Je später der Abend, desto größer oft die Resignation.
Je später der Abend, desto größer oft die Resignation. Thomas Mittelstädt
Irgendwann würden wir gerne mal die Geschichte hinter diesem Zettel erfahren.
Irgendwann würden wir gerne mal die Geschichte hinter diesem Zettel erfahren. Thomas Mittelstädt
Ähm … nein!
Ähm … nein! Thomas Mittelstädt
Hat hier jemand den DJ beschimpft? Oder hat hier jemand Wolfgang Petry beschimpft? Oder hat hier Wolfgang Petry den DJ b
Hat hier jemand den DJ beschimpft? Oder hat hier jemand Wolfgang Petry beschimpft? Oder hat hier Wolfgang Petry den DJ beschimpft? Thomas Mittelstädt
Ähm … nein!
Ähm … nein! Thomas Mittelstädt
Die hier praktizierte doppelte Korrektur der Verb-Schreibweise per Sternchen-Fußnote verdient den Respekt aller Sprach-
Die hier praktizierte doppelte Korrektur der Verb-Schreibweise per Sternchen-Fußnote verdient den Respekt aller Sprach-Babos! Thomas Mittelstädt
Ach du lieber Schreck!
Ach du lieber Schreck! Thomas Mittelstädt
Zu Befehl!
Zu Befehl! Thomas Mittelstädt
Heino is klar, aber dann? Andreas Bourani? Andreas Gabalier? Wir müssen leider passen …
Heino is klar, aber dann? Andreas Bourani? Andreas Gabalier? Wir müssen leider passen … Thomas Mittelstädt
Wir aber: „Kling Klang”.
Wir aber: „Kling Klang”. Thomas Mittelstädt
Die Aufgabe seines Lebens.
Die Aufgabe seines Lebens. Thomas Mittelstädt
Also bitte!
Also bitte! Thomas Mittelstädt
Klare Ansage.
Klare Ansage. Thomas Mittelstädt
Was aus den beiden wohl geworden ist …?
Was aus den beiden wohl geworden ist …? Thomas Mittelstädt
Na sicher.
Na sicher. Thomas Mittelstädt
… Club.
… Club. Thomas Mittelstädt
Ganz bekannt?
Ganz bekannt? Thomas Mittelstädt
Penzlin.

Mecklenburgs bekanntester Zettelsammler ist zweifelsfrei der Volkskundler Richard Wossidlo. Aber gleich dahinter kommt wohl schon Thomas Mittelstädt. Den Penzliner kennen Nachtschwärmer auch als DJ Dr. Music. Seit 1988 legt Mittelstädt auf und genau so lange ist er nebenberuflich Graphologe, könnte man meinen. Denn was Thomas Mittelstädt entziffern und entschlüsseln kann, ist beachtlich. „Seit 30 Jahren lese ich Besoffenenschrift“, sagt er. Die Zettel mit Botschaften, Musikwünschen und Kritik sind Liebeserklärungen an die Musik – aber nicht immer an die Deutsche Sprache.

„Wunschzettel ,Wie bitte?‘“ heißt das Album auf Facebook, wo Mittelstädt seit ein paar Jahren Zettel-Kostproben veröffentlicht und damit viele Leute begeistert. Mit der Zettelsammlung wolle er sich nicht über die Leute lustig machen, sondern einen Einblick in das Leben eines DJs geben, wie er sagt. Dazu gehören auch Zettel, auf denen sich Gäste über die Musik beschweren und den DJ kritisieren oder sogar beleidigen. „Man darf keine Memme sein. Die schlimmen habe ich aber aussortiert“, sagt Mittelstädt, der alle Zettel mitnimmt und aufhebt.

Frauen sind die fleißigeren Zettelschreiber

Manchmal auch für Recherchezwecke: Der erfahrene Thomas Mittelstädt lernt durch seine Gäste immer wieder neue Künstler kennen. Manchmal sind es allerdings auch Namen, die der Alkohol geformt hat wie „Heino Albani“, „Avice“ (Avicii), „Ge Ge Dagestino“ (Gigi D’Agostino) oder schlicht „Rolant Caisär“.

Auch bei der Zuordnung von Künstlern und Songs gibt es bemerkenswerte Fundstücke. So wünschte sich jemand „Ich bin wieder hier in meinem Revier“ von Herbert Grönemeyer, wo die Zeile doch zu Westernhagen gehört. Bei den Zetteln raten Facebook-User auch gern mit, was gemeint sein könnte, wenn beispielsweise „I am not Susan“ gewünscht wird. Gemeint ist hier Whitney Houstons „My Name Is Not Susan“.

Für solche Gedankensprünge muss man sich im Musikuniversum aber gut auskennen. Und manche bemerkenswerte Wunsch-Kombinationen muss man auch nicht verstehen: Paul Kalkbrenner, Modern Talking, Böhse Onkelz – alles hintereinander weg, wünschte sich beispielsweise mal ein Gast. Natürlich versucht Mittelstädt, die Leute glücklich zu machen, aber manche Wünsche ähneln der Quadratur des Kreises. Kleine Kostprobe: „Spiel ma was mit Melodie und gleichzeitig Metal!“ Etwas einfacher war es dagegen mit dieser Aufforderung: „Schpil dooch wasse willst!“ Generell seien die Damen die fleißigeren Zettelschreiber. Manchmal schieben sie ihm sogar ein beidseitig beschriebenes A4-Blatt rüber mit so vielen Wunschtiteln, dass es für fünf Stunden reichen würde.

Musikgeschmack ist heute stärker festgelegt

Mittelstädt legt nicht nur Platten auf, sondern ist auch als Dienstleister mit einem Veranstaltungsservice überall im Land unterwegs. Mehrere Bands begleitet er als Tontechniker bei ihren Touren. Wenn es im Norden etwas ruhiger wird, dann geht es tief in den Süden. Von Oktober bis April arbeitet der Penzliner auch als DJ in Basel in der „Danzeria“, wo von Tango bis Scooter breit gefächerte Musik zum Abtanzen gespielt wird.

Beim Auflegen setzt er auf Handarbeit. 1200 CDs sind bei Familienfeiern, Abibällen oder Privatpartys im Gepäck. Damit die richtigen Titel griffbereit sind, macht der DJ vorab seine Hausaufgaben und steckt den Musikgeschmack der Leute ab. „Ich frage zum Beispiel, welche Radiosender sie hören und erarbeite dann eine Dramaturgie für den Abend, wann ich welchen Titel spielen könnte. Natürlich schaue ich bei der Party selbst auch auf die Reaktionen und passe mich dann an. Und im Interesse der Gastronomen spiele ich auch Titel, um ab und zu nicht die Tanzfläche, sondern die Bar zu füllen.“

Früher habe er aber viel mehr quer durch den Gemüsegarten gespielt. Durch Streamingdienste, wo Algorithmen zu bestimmten Liedern weitere ähnliche Titel ausspucken, habe sich der Musikgeschmack der Leute stärker festgelegt, und auch die Partys selbst zielen auf bestimmte Personengruppen ab. „Früher haben Junge und Alte zusammen gefeiert und dann spielte man Blasmusik und Rock“, sagt Mittelstädt, dessen eigener Musikgeschmack zum Glück auch sehr breit gefächert ist.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Penzlin

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