NOSSENTINER HEIDE

Dieser Zaun soll Rinder vor dem Wolf schützen

Längst ist ein ganzes Wolfsrudel in der Nossentiner Heide heimisch. Landwirt Hartwig Kurth hält nebenan Rinder. Er hat nun einen Schutzzaun errichtet.
Petra Konermann Petra Konermann
Gerade erst ist der Zaun fertig geworden, der den Wolf von den Rindern von Landwirt Hartwig Kurth fernhalten soll.
Gerade erst ist der Zaun fertig geworden, der den Wolf von den Rindern von Landwirt Hartwig Kurth fernhalten soll. Petra Konermann
Die Angus-Rinder liegen Hartwig Kurth am Herzen. Er will, dass die Muttertiere, vor allem aber die Kälber geschützt sind, die auf der Koppel geboren werden. Foto: Petra Konermann
Die Angus-Rinder liegen Hartwig Kurth am Herzen. Er will, dass die Muttertiere, vor allem aber die Kälber geschützt sind, die auf der Koppel geboren werden. Foto: Petra Konermann Petra Konermann
Die auf der Koppel geborenen Kälbchen sollen geschützt werden. Deshalb wurde in Nossentiner Hütte nun ein wolfssicherer Zaun installiert.
Die auf der Koppel geborenen Kälbchen sollen geschützt werden. Deshalb wurde in Nossentiner Hütte nun ein wolfssicherer Zaun installiert. Petra Konermann
Nossentiner Hütte.

Der Zaun steht. Hartwig Kurth klopft mit einem Stock dagegen. Vorsicht, Strom! Früher, sagt der Landwirt aus Nossentiner Hütte, habe ein Zaun dafür gesorgt, dass die Tiere, in seinem Fall Rinder, in der Koppel bleiben. Das war, bevor der Wolf in der Müritzregion heimisch wurde. „Heute soll der Zaun dafür sorgen, dass der Wolf nicht reinkommt“, sagt Hartwig Kurth.

In einem Pilotprojekt hat er mit einer 75-prozentigen Förderung der Landesregierung und mit dem Rat von Experten einen Zaun entwickelt und gebaut, der dem Wolf keine Chance bieten soll, zu den Mutterkühen, vor allem aber nicht an die Kälber auf der Abkalbe-Koppel zu gelangen. Im vergangenen Jahr noch hatte Kurth seinen Angus-Rindernachwuchs verkauft – aus der großen Angst heraus, ein Wolf könnte sich Jungtiere holen.

Druck auf die Bauern wächst

Eine Angst, die nicht unbegründet ist. Die Abkalbe-Koppel grenzt – genauso wie alle anderen vier Koppeln des Landwirts – an die Nossentiner/Schwinzer Heide. In dem rund 35.000 Hektar großen Naturpark ist der Wolf längst zu Hause. Mittels Fotofallen sind die Tiere inzwischen gut dokumentiert. Aber diese Fotos braucht Hartwig Kurth eigentlich gar nicht: Er selbst hat den Wolf schon mehrfach in den Wiesen gesehen.

Für den Landwirt ist klar: „Wir brauchen den Wolf nicht.“ Der Druck auf die Landwirte wachse, die noch Weidetierhaltung betreiben, nach Überzeugung vieler Landwirte die natürlichste Art der Tierhaltung im Sinne des Tierwohls. Und die Weidetierhaltung schützt außerdem das Grünland. Denn das Futter, das durch naturschutzgerechte Grünlandbewirtschaftung gewonnen wird, trägt nicht nur Ernährung der Rinder bei, sondern auch zum Erhalt eben dieses Grünlandes.

Vier Strom-Drähte sollen Wölfe abschrecken

Die Weidehaltung aber könnte, so sieht es Hartwig Kurth, durch den Wolf in Gefahr geraten. Auch, weil sich nicht jeder Landwirt teure Schutzmaßnahmen gegen den Wolf leisten könne. Der wolfssichere, rund 1400 Meter lange Zaun, den der Landwirt gemeinsam mit seinem Sohn rund um die Abkalbe-Koppel gezogen hat, hat seinen Preis – und der liegt bei 90 Euro pro 100 Meter, wie Hartwig Kurth errechnet hat.

Der 1,60 Meter hohe Zaun endet nicht wie „normale“ Zäune in Höhe des Bodens. Vielmehr wurde ein rund 50 Zentimeter breites Zaunfeld nach außen gebogen und im rechten Winkel auf der Grasnarbe installiert. „Dieser Teil soll einwachsen und den Wolf davon abhalten, sich von außen unter den Zaun hindurch in die Koppel zu graben“, erklärt Kurth.

Darüber hinaus ist der Zaun durch insgesamt vier Strom führende Drähten rings um die Koppel verstärkt. „Da sind ordentliche Watt-Zahlen drauf“, erklärt der Landwirt. Er hofft, dass ein Wolf, der sich an diesen Zaun wagt, einen kräftigen Schlag bekommt und künftig davon ablassen wird, sich den Mutterkühen und ihren Kälbern zu nähern – ein Lehre fürs Leben sozusagen. Auch nach innen hinein führt der wolfssichere Zaun Strom. Der soll allerdings die Kühe davon abhalten, sich an den Zaunpfählen zu scheuern und dabei womöglich die gesamte Konstruktion zu gefährden.

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