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Dieses Haus findet den Weg ins Herz

Dieses Haus in der Malchower Bahnhofstraße hat einen Preis verdient - das meinen zumindest die Malchower Stadtvertreter.
Dieses Haus in der Malchower Bahnhofstraße hat einen Preis verdient - das meinen zumindest die Malchower Stadtvertreter.
Petra Konermann

Da musste niemand lange überlegen: Einstimmig und ohne lange Diskussion haben die Malchower Stadtvertreter den Sanierungspreis 2013 vergeben - an ein Haus, das viele vielleicht schon längst aufgegeben hatten.

Früher, da stand die Ladentür in der Bahnhofstraße 4 nicht still: Hier war ein Konsum, die Malchower versorgten sich in dem Geschäft mit Alltagsdingen wie Erbsen oder Milch. Das ist Geschichte, die noch aus DDR-Tagen stammt. Lange Zeit mochte das Eckhaus niemand ansehen – es sah marode aus. Jetzt, nur eineinhalb Jahre später, nachdem Jan und Theas Thiel das Haus gekauft haben, ist es ein saniertes Schmuckkästchen. Und weil es genau an der Ecke gegenüber dem gerade neu gestalteten Bereiches rund um das Denkmal für sowjetische Soldaten steht, rückt es auf einmal in den Vordergrund und rundet so als privates Vorhaben ein städtisches Projekt ab. „Wir sind jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und wieder zurück an dem Haus vorbei gefahren. Wir haben gesehen, dass es immer schlimmer wurde mit dem Verfall. Ich dachte, das kann doch so nicht bleiben“, erinnert sich Theas Thiel an seine Gedanken vor rund zwei Jahren.

Erfahrungen bei Haussanierungen hatten die Thiels bereits: Sie haben ein Eigenheim gebaut, ein Haus im Trostfeld auf Vordermann gebracht.  „Irgendwann dachte wir dann, dass wir uns nun auch der Bahnhofstraße 4 annehmen können“, berichtet Theas Thiel.

1899 bereits wurde das Haus errichtet – von dem renommierten Baumeister C. Rehberg, der es für die Malchower Gebrüder Strübing baute. Theas Thiel hat sich historischen Fotos von dem Haus besorgt. Historisch sind inzwischen auch die Fotos, die die Thiels im März 2012 von dem Haus aufnahmen: Es machte einen verfallenen Eindruck. Den haben Jana und Theas Thiel komplett verschwinden lassen: Eine freundliche Fassade hat das Gebäude erhalten, zwei Wohnungen im Dachgeschoss sind bereits bewohnt, die nächsten beiden sollen 2014 vermietet werden.

Doch bis ins Erdgeschoss wieder neues Leben einzieht, müssen sich die Malchower noch gedulden. „Wir machen alles nach und nach und vor allem vieles selbst“, sagt Theas Thiel, der als Anlagen-Techniker arbeitet und das Haussanierungsprojekt nach Feierabend geschultert hat.