Die Gefahr ist gebannt: der ehemalige Hansa-Rostock-Spieler Dieter Schneider hält hier einen Torschuss der Alten Herren des S
Die Gefahr ist gebannt: der ehemalige Hansa-Rostock-Spieler Dieter Schneider hält hier einen Torschuss der Alten Herren des SFV Nossentiner Hütte. Susann Salzmann
Das wertvollste Geschenk nahm Hartwig Kurth vom Hütter Verein nach dem Oberliga-Legenden-Spiel vom einstigen Hansa-Keeper Die
Das wertvollste Geschenk nahm Hartwig Kurth vom Hütter Verein nach dem Oberliga-Legenden-Spiel vom einstigen Hansa-Keeper Dieter Schneider entgegen: einen signierten Fußball. Susann Salzmann
DDR-Fußballstars zu Gast

"Dixie" Dörner und Co. siegen in Nossentiner Hütte

Die Stars der DDR-Oberliga spielen heute keine Punktspiele mehr. In Nossentiner Hütte besiegten die Helden von einst jetzt ihre Fans von damals – und hinterließen ein wertvolles Geschenk.
Nossentiner Hütte

Das wertvollste Stück Leder der Müritzregion befindet sich seit dem Wochenende ganz klar im Örtchen Nossentiner Hütte bei Malchow. Um genauer zu sein, in Händen der Sportler des SFV. Dort gaben sich elf Fußballlegenden aus Zeiten der DDR-Oberliga die Klinke – pardon, den Stift – in die Hand, um sich auf dem „runden Leder“ mit ihrer Unterschrift zu verewigen. Ein einmaliger Höhepunkt in diesem Jahr. Da war sich Bürgermeisterin Birgit Kurth sicher.

Dieses Heimatfest mit der Fußballprominenz werde auch in den nächsten Jahren noch als glorreiches Erlebnis verbucht. Kurths Ehemann und SFV-Vorsitzender Hartwig brachte den signierten Fußball kurz nach Ende eines Freundschaftsturnieres zwischen den Alten Herren aus Nossentiner Hütte und einer Auswahl von ehemaligen Spielern der DDR-Nationalmannschaft schnell in Sicherheit. „Das ist der wertvollste Ball, den ich je in Händen gehalten habe“, kam er kurz ins Schwärmen.

„Dixie ist ein harter Hund”

An jedem der Fußballhelden von einst hängen Erinnerungen. Für einige, die am Wochenende als Zaungast den 4:2-Sieg der DDR-Oberligisten mitfeierten, standen die Idole der Kindheit auf dem Hütter Rasen. Ein Spiel mit großer Fairness und ohne Fouls, betonte etwa Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner. Einmal im Spiel schoss der Ball direkt in Dörners Magengrube. Sofort erste Motivationsrufe. „Dixie ist ein harter Hund“, drang es von der Tribüne. Und: Sekunden später jagte der fünffache DDR-Meister wieder das runde Leder. Aus Spaß komme er mit den anderen ehemaligen Oberliga-Spielern zwei, drei Mal für Freundschaftsspiele dieser Art zusammen, erzählte Dörner, der selbst 65 Tore in unglaublichen 392 Oberligaspielen erzielte.

Über 20 Jahre spielte Dörner bei Dynamo Dresden und findet, dass Amateurmannschaften durch Sponsoren mehr gestärkt werden sollten. Hier „laufe“ noch ehrlicher Fußball ab, ohne Kommerzgedanken etc.. Ein Kompliment für Fußballer, wie es die Hütter sind, formulierte Dieter Schneider: „Bevor ich heute zur Bundesliga gehen würde, bleibe ich lieber beim ehrlichen Fußball“, spielte der Hansa-Rostock-Spieler von einst auf enorme Geldsummen für Berater, Manager und Spieler an. Das habe nichts mehr mit ehrlichem Fußball zu tun, sagte Schneider und umarmte Hartwig Kurth. Zwischen dem Fußballprominenten und Kurth bestehe seit Jahren eine freundschaftliche Verbindung. Torwart Schneider ist sogar Mitglied beim SFV.

Kapitän der Nationalmannschaft von 1980 tänzelt auch mit 68 Jahren noch

Mit Gartenarbeit, Radfahren und zum Teil Fitnessstudios halten sich viele der Oberligalegenden fit. So auch Frank Terletzki – BFC-Rekordspieler mit 373 Einsätzen und 91 Toren. Der Kapitän der Oberliga-Auswahl in Moskau 1980 tänzelte mit seinen 68 Jahren übers „grüne Parkett“. Einmal Oberliga, immer Oberliga, freute sich Dirk Witt von den Hütter Spielern. Er war der Einzige, der Tore für die Alten Herren des SFV schoss. „Sie haben ein ganz anderes Ballgefühl und lassen den Ball mehr laufen, als sie es selbst tun“, zollte Witt den einstigen Profis Respekt.

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